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Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris: Symptome und Einteilung

Veröffentlicht von: Carolin Grob (26. September 2014)

Die koronare Herzkrankheit (KHK) verursacht schmerzhafte Symptome, die unter dem Begriff Angina pectoris zusammengefasst werden. Typische KHK-Symptome, häufig auch als Angina-pectoris-Anfall bezeichnet, können während aller Aktivitäten auftreten, die zu schnellerem Puls führen oder den Blutdruck steigern und somit das Herz belasten.

Mögliche Auslöser sind:

  • körperliche Belastung
  • Kälte
  • zu ausgiebige Mahlzeiten
  • psychische Belastung und Aufregung

Die meisten KHK-Betroffenen klagen über Symptome wie Schmerzen und ein dumpfes Druckgefühl bis hin zum Brennen hinter dem Brustbein, das typischerweise durch körperliche oder seelische Belastung ausgelöst wird. Die Schmerzen können in den rechten oder linken Arm bis in die Fingerspitzen, die Schultern, den Hals, die Zähne und seltener auch in die Magengegend ausstrahlen. Es handelt sich um einen eher kurzen Schmerz, der meist zwischen 5 und 15 Minuten anhält und gewöhnlich wieder verschwindet, wenn die körperliche Belastung endet. Bei fortgeschrittener koronarer Herzkrankheit können die Beschwerden auch schon in Ruhe auftreten.

Während eines Angina-pectoris-Anfalls beginnen Betroffene zu schwitzen und sind blass. Häufig fällt auch das Atmen schwer und die Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt. Einige Erkrankte berichten zudem über starke Angstgefühle.

Viele KHK-Erkrankte führen als Notfallmedikament (Kapsel oder Spray) Nitrate (Nitroglyzerinpräparate, z.B. der Wirkstoff Glyceroltrinitrat) bei sich. Nitrate wirken gefäßerweiternd und beenden bei der koronaren Herzkrankheit die schmerzhaften Symptome innerhalb von ein bis zwei Minuten oder lindern den Schmerz zumindest. Wenn trotz Nitro-Präparaten keine Besserung eintritt, kann das ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein. In diesem Fall sollte umgehend der Rettungsdienst gerufen werden.

Angina pectoris – Einteilung und Symptome

Stabile Angina pectoris

Die stabile Angina pectoris tritt nur bei körperlicher Belastung auf und die dabei entstehenden Symptome sind über Monate und Jahre hinweg immer gleich, ohne sich deutlich zu verstärken. Beim Ausruhen verschwinden die Brustschmerzen meist innerhalb weniger Minuten. Nitro-Präparate können die Angina pectoris-Symptome ebenfalls rasch beenden.

Prinzmetal-Angina (Variant-Angina)

Bei dieser seltenen Form der Angina pectoris, der Prinzmetal-Angina, verengen sich die Herzkranzgefäße krampfartig (sog. Koronarspasmus). Die Prinzmetal-Angina tritt nicht unbedingt im Zusammenhang mit Belastungen auf, sondern kann auch während der Nacht und in Ruhe zu plötzlichen Beschwerden führen. Die Brustschmerzen halten dabei meist länger an als bei den anderen Formen der Angina pectoris.

Instabile Angina pectoris

Als instabil bezeichnet man jede Angina pectoris, die neu auftritt oder in Situationen Symptome verursacht, bei denen bislang keine Schmerzen entstanden sind. Auch Angina-pectoris-Beschwerden, die in ihrer Dauer und Häufigkeit rasch zunehmen, heißen "instabil". Da bei dieser Form der KHK die Gefahr eines Herzinfarkts sehr hoch ist, sollte der Rettungsdienst gerufen und der Betroffene sofort in ein Krankenhaus gebracht werden. Die instabile Angina pectoris stellt eine Form des sogenannten akuten Koronarsyndroms dar.

Angina decubitus

Die Angina decubitus ist eine seltene Form der instabilen Angina pectoris, bei der Betroffene vor allem nachts im Liegen an Brustschmerzen leiden. Ursache: Im Liegen fließt mehr Blut zum Herz zurück – dies kann ein vorgeschädigtes Organ belasten.

Stumme Angina pectoris

Eine stumme Angina pectoris zeigt kaum Symptome. Nur ein plötzlicher Leistungsabfall oder ein leichtes Druckgefühl im Brustkorb können auf einen Angina-pectoris-Anfall hinweisen.

Aufgrund der fehlenden Beschwerden besteht die Möglichkeit, dass die Erkrankung lange Zeit unbemerkt bleibt und somit nicht behandelt wird. Auch ein Herzinfarkt kann dann kaum Beschwerden bereiten und leicht übersehen werden. Besonders häufig tritt die stumme Angina pectoris bei Diabetikern und älteren Menschen auf. Bei Vorsorgeuntersuchungen kann der Arzt sie rechtzeitig entdecken und behandeln.

Angina pectoris bei Frauen

Bei Frauen äußert sich die Angina pectoris häufig anders. Der typische Brustschmerz tritt seltener oder gar nicht auf. Symptome wie Magenschmerzen, Übelkeit, Atemnot und Müdigkeit treten in den Vordergrund. Das macht es dem Arzt schwerer, eine Angina pectoris bei Frauen zuverlässig zu erkennen.

Mikrovaskuläre Angina pectoris (kardiales Syndrom X)

Bei der sogenannten mikrovaskulären Angina pectoris lassen sich keine Verengungen der Herzkranzgefäße nachweisen. Dennoch kommt es vor allem bei Belastung zu den typischen Beschwerden. Ursache sind Veränderungen in den kleinen Gefäßen des Herzmuskels. Besonders betroffen sind Frauen sowie Patienten mit Diabetes mellitus und Bluthochdruck.



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