Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris

Spezielle Herzuntersuchungen bei koronarer Herzkrankheit (KHK)

Stand: 29. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Belastungs-EKG (Ergometrie)

Das Belastungs-EKG ist eine Sonderform des Elektrokardiogramms, bei der die Herzströme gemessen werden, während der zu Untersuchende auf einem Fahrradergometer fährt. Falls eine KHK vorliegt, entwickelt sich im Herzmuskel bei Anstrengung ein Sauerstoffmangel, der im EKG sichtbar wird.

Langzeit-EKG

Ein kleiner Kasten, der bequem am Gürtel zu tragen ist, zeichnet bei einem Langzeit-EKG die Herzströme über einen Zeitraum von 24 Stunden auf. So kann der Arzt die Reaktion des Herzens auf Belastungen unter den natürlichen Bedingungen des Alltags (Arbeit, Freizeit, Nachtruhe) beurteilen. Insbesondere bei der Diagnose nächtlicher Angina-pectoris-Beschwerden ist diese Untersuchung wichtig.

Angiographie (Herzkatheter)

Eine Angiographie ist eine Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefäße, bei der von der Leiste aus ein Katheter über ein Gefäß bis in die Herzkranzgefäße vorgeschoben und dort ein Röntgenkontrastmittel eingespritzt wird (Herzkatheteruntersuchung). Auf den Röntgenaufnahmen sind die Herzkranzgefäße im Verlauf zu sehen; insbesondere Verengungen werden dabei sichtbar. Die Angiographie gehört zu den wichtigsten Untersuchungen bei koronarer Herzkrankheit (KHK) und einem akuten Koronarsyndrom.

Das akute Koronarsyndrom umfasst sowohl die instabile Angina pectoris als auch verschiedene Formen des Herzinfarkts. Mittels Herzkatheteruntersuchung kann der Arzt einen Herzinfarkt ausschließen. Zudem ist die Angiographie für die Planung einer Bypass-Operation unverzichtbar. Zu den seltenen möglichen Nebenwirkungen der Herzkatheteruntersuchung zählen der Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern, ein Schlaganfall und Blutungen an der Einstichstelle.

Statt mit einem Röntgengerät, kann die Angiographie auch mit einem Magnetresonanztomographen (MRT) erfolgen (sog. MR-Angiographie) – diese Technik ermöglicht noch schärfere Bilder.

Belastungs-Echokardiographie (Herzultraschall)

Bei der Belastungs-Echokardiographie fährt der Betroffene halb liegend auf einem speziellen Fahrradergometer. Während der Belastungsphasen betrachtet der Arzt das Herz mittels Ultraschall. Die Teile des Herzens, die schlecht durchblutet werden, bewegen sich auffällig und weisen so auf eine koronare Herzkrankheit hin.

Eine ähnliche Diagnosemethode ist das Belastungs-MRT, wobei statt des Ultraschalls die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz kommt.

Myokardperfusions-Szintigraphie

Die Myokardperfusions-Szintigraphie oder Myokardszintigraphie ist ein Untersuchungsverfahren, das die Durchblutung des Herzens darstellt. Ein leicht radioaktiver Stoff (Thallium oder Technetium) wird hierbei in die Gefäße gespritzt. Auf Spezial-Fotoaufnahmen kann der Arzt dann die Verteilung der Substanzim Herzen beurteilen. In gut durchbluteten Gebieten des Herzmuskels sammelt sich mehr radioaktives Thallium oder Technetium – schlecht durchblutete Areale erscheinen blass. Insbesondere die Feindurchblutung (Mikroperfusion) des Herzens kann mit dieser Form der Szintigraphie genau untersucht werden.

Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein spezielles Verfahren, das Stoffwechselvorgänge im Gewebe sichtbar macht. So kann der Untersucher bei koronarer Herzkrankheit (KHK) einschätzen, welche Gebiete des Herzmuskels noch aktiv sind und welche aufgrund von Sauerstoffmangel bereits starke Schäden erlitten haben. Dies ermöglicht es vorauszusagen, welche Teile des Herzmuskels ihre Funktion durch die Behandlung (z.B. eine Bypass-Operation) wieder aufnehmen werden. Die Methode ist aufgrund der hohen Kosten häufig nur an großen Kliniken verfügbar und findet daher nur in speziellen Fällen Anwendung.

Mehrschicht-Spiral--Computertomographie (MSCT)

Eine besonders schnelle und moderne Computertomographie-Technik, die sogenannte MSCT (Mehrschicht-Spiral-CT), macht Verkalkungen (Arteriosklerose) in den Herzkranzgefäßen sichtbar.

Weiterlesen: Koronare Herzkrankheit (KHK), Angina pectoris: Therapie

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