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Aneurysma

Aneurysma: Therapie

Stand: 31. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Aortenaneurysma, Aortendissektion

Bei einem Aneurysma der Aorta (Aortenaneurysma oder Aortendissektion) gibt es verschiedene Formen der Therapie: Wenn ein solches Aortenaneurysma einen kleinen Durchmesser hat oder hohe Risiken gegen eine Operation sprechen, erfolgt eine konservative Therapie. Zwei Faktoren sind besonders wichtig bei einer solchen Aneurysma-Therapie: die Risikofaktoren zu bekämpfen und die ursächlichen Erkrankungen zu therapieren. Entscheidend ist hierbei, einen hohen Blutdruck konsequent auf normale Werte zu senken. Wer es schafft, seinen Blutdruck auf normale Werte zu senken, schützt seine Gefäße und kann dmait einem Aortenaneurysma vorbeugen. Dazu eignen sich zum Beispiel Betablocker, die einerseits den Blutdruck senken und andererseits die Geschwindigkeit, mit der der Druck in den Gefäßen steigt, verlangsamen. Außerdem sollten Betroffene mit einem Aortenaneurysma körperliche Anstrengungen vermeiden und den Stuhlgang regulieren.

Treten bei einem Aortenaneurysma Symptome auf oder vergrößert sich ein bereits großes Aneurysma zusehends, ist als Therapie eine Operation unumgänglich. Gleiches gilt bei einem schlecht oder nicht einstellbaren Bluthochdruck (Hypertonie). Bei der Operation ersetzt der Chirurg den vom Aortenaneurysma betroffenen Teil des Gefäßes. Hierfür eröffnet er das Aneurysma in Längsrichtung, pflanzt eine rohr- oder Y-förmige Kunststoffprothese ein und schließt die Gefäßwand über der Prothese wieder.

Seit einigen Jahren wird ein Aortenaneurysma auch mithilfe von Stent-Prothesen behandelt (sog. endovaskuläre Behandlung). Hierbei setzen Ärzte Prothesen aus unterschiedlichen Materialien über einen minimal-invasiven Zugang (d.h. durch winzige, gewebeschonende Schnitte der Haut) mithilfe von Kathetern in die Aorta ein, um zum Beispiel ein Aortenaneurysma zu behandeln. Drahtgitter (Stents) stützen diese Prothesen – sie werden im zusammengeklappten Zustand ebenfalls über Katheter eingesetzt und an entsprechender Stelle im Gefäß aufgeklappt.

Aneurymsa im Kopf (Aneurysma im Gehirn)

Bei einem Aneurysma im Kopf, also im Gehirn, erfolgte die Therapie früher vor allem operativ durch Neurochirurgen. Während einer offenen Hirnoperation (Kraniotomie) wird das Aneurysma im Kopf mittels eines Clips, der in den meisten Fällen aus Titan besteht, abgeklemmt. Ist ein solches sogenanntes Clipping nicht möglich, wird das Aneurysma im Gehirn "gewrappt" – Wrapping heißt, dass die Wand des Aneurysmas durch Gewebe oder Teflon verstärkt wird, um einen möglichen Riss zu verhindern.

Seit einigen Jahren gibt es bei einem Aneurysma im Kopf (Aneurysma im Gehirn) eine weitere Therapie-Methode, die sogenannte endovaskuläre Technik. Bei dieser Form der Aneurysma-Therapie ist keine offene Operation am Gehirn mehr nötig. Der Arzt bringt Platin-Mikrospiralen (sog. Coils) in das Aneurysma im Kopf ein. Diese Coils schiebt er mithilfe eines hohlen Mikrokatheters über die Leistenarterie und die Aorta bis zum Gehirn vor. Die Coils füllen die Ausweitung zwar nicht vollkommen aus, bedingen aber, dass sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) bildet. So verhindern sie, dass weiterhin Blut durch das Aneurysma im Kopf fließt.

Weiterlesen: Aneurysma: Verlauf

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