Anenzephalie: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Januar 2016)

Die Anenzephalie hat ihre Ursachen in einer Entwicklungsstörung während der Frühschwangerschaft: Ist beim Embryo die Neuralrohrbildung gestört, kann ein Anencephalus (was "ohne Gehirn" bedeutet) entstehen.

Das Neuralrohr stellt ein Frühstadium des Zentralnervensystems (ZNS: Gehirn und Rückenmark) und seiner Umgebung (d.h. Knochen, Muskeln, Bindegewebe) dar. Es entsteht durch die Verschmelzung paarig angelegter Nervenwülste: Dies findet etwa am 18. Entwicklungstag des Embryos statt. Aus dem unteren Abschnitt des Neuralrohrs entwickeln sich dann das Rückenmark und die Wirbelsäule, aus dem oberen Abschnitt das Gehirn und das Schädeldach. Wird die Entwicklung in dieser Zeit gestört, kann das je nach Lage verschiedene Neuralrohrdefekte verursachen:

  • Wenn die oberen Abschnitte des Neuralrohrs nicht verschmelzen, hat dies eine Anenzephalie zur Folge.
  • Wenn der Verschluss des Neuralrohrs im unteren Bereich gestört ist, entsteht eine Spina bifida (offener Rücken).

Der genaue Auslöser für die Entwicklungsstörung, die zu einem Neuralrohrdefekt führt, ist unbekannt. Allerdings können verschiedene Risikofaktoren die Entstehung einer Anenzephalie begünstigen. Als mögliche Ursachen für ein erhöhtes Risiko gelten beispielsweise:

  • vor allem ein Folsäuremangel des Embryos (z.B. infolge einer Störung im Folsäure-Stoffwechsel der Mutter)
  • erbliche Faktoren
  • in der Schwangerschaft eingenommene Medikamente gegen epileptische Anfälle
  • ein sehr junges Alter bei Erstgebärenden
  • eine späte Schwangerschaft

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