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Androgenisierung (Vermännlichung): Ursachen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (09. Dezember 2015)

Eine Androgenisierung (Vermännlichung) kann verschiedene Ursachen haben:

Funktionelle Störungen

Ist der Stoffwechsel der Androgene bei einer Frau gestört, kann dies die Konzentration der männlichen Hormone im Blut erhöhen beziehungsweise die Wirkung der Androgene verstärken, so etwa durch:

  • eine erhöhte Produktion von Androgenen oder von Hormonen, die in Androgene umgewandelt werden. Eine häufige Ursache für einen erhöhten Androgenspiegel ist das PCO-Syndrom.
  • eine Umwandlung von schwächer wirksamen Androgenen in stärker wirksame Androgene.
  • Bindungsprobleme bzw. einen Mangel an Trägereiweißen: Wichtigster Vertreter der Androgene ist bei der Frau das Testosteron. Im Blut liegt es meist an ein spezielles Trägereiweiß gebunden vor und ist deshalb inaktiv. Gibt es jedoch zu wenig Trägereiweiß oder kann das Trägereiweiß das Testosteron nicht richtig binden, ist das Angebot an freiem und damit aktivem Testosteron gesteigert.
  • Enzymstörungen: Am Androgenstoffwechsel sind viele Enzyme beteiligt. Ein Mangel oder Defekt bestimmter Enzyme kann dazu führen, dass die männlichen Hormone nicht richtig abgebaut werden oder stärker wirken und es dadurch zu einer Androgenisierung kommt. Diese Enzymstörungen können angeboren oder erworben sein und können sich vor der Geburt, nach der Geburt oder auch erst nach der Pubertät auswirken. Die wichtigsten Enzymstörungen treten beim adrenogenitalen Syndrom auf.
  • höhere Empfindlichkeit für Androgene: In manchen Fällen tritt eine Vermännlichung auf, obwohl die Androgenkonzentration im Blut normal ist. Hier liegt die Ursache in einer gesteigerten Empfindlichkeit der Zielorgane gegenüber den Androgenen.

Funktionelle Störungen zählen zu den häufigsten Ursachen einer Androgenisierung.

Tumoren als Ursache

Androgenproduzierende Tumoren sind eher selten die Ursache für eine Vermännlichung.

Tumoren an Eierstöcken oder Nebennieren

Bei der Frau erfolgt die Freisetzung von männlichen Hormonen (Androgenen) aus Zellen der Eierstöcke und der Nebennieren. Sitzen hier Tumoren produzieren diese unter Umständen selber Androgene. Auf diese Weise erhöht sich die Androgenproduktion insgesamt und kann so zu mehr männlichen Hormonen im Blut führen.

Tumoren der Hypophyse

Eine spezielle Region des Gehirns steuert bei der Frau die Androgenproduktion: die sogenannte Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Diese Gehirnregion setzt bestimmte Hormone frei – wie zum Beispiel das adrenokortikotrope Hormon (ACTH) –, die den androgenproduzierenden Organen signalisieren, mehr männliche Hormone zu produzieren. Tumoren an der Hypophyse können zum Beispiel eine verstärkte ACTH-Ausschüttung zur Folge haben (etwa im Rahmen eines Cushing-Syndroms) und so die Nebennieren oder die Eierstöcke dazu anregen, vermehrt Androgene zu bilden.

Anabolika

Ein erhöhtes Angebot an Androgenen kann auch entstehen, wenn androgenhaltige Hormonpräparate (Anabolika) eingenommen werden.

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