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Analkarzinom (Analkrebs)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. März 2015)

Das Analkarzinom (Analkrebs) ist ein bösartiger Tumor im Analkanal. Ein Analkarzinom entwickelt sich häufig im Zusammenhang mit einer HPV-Infektion – also dem Befall mit dem Humanen Papillomvirus. Einige Risikogruppen sind daher häufiger von einem Analkarzinom betroffen als der Durchschnitt der Bevölkerung, zum Beispiel Frauen mit Gebärmutterhalskrebs. Generell ist Analkrebs aber eine seltene Erkrankung.

Analkrebs betrifft einen Körperbereich, an dem verschiedene Gewebe miteinander in Berührung kommen – nämlich zum einen die Schleimhaut, die den Verdauungstrakt auskleidet, und zum anderen die Haut, die den Körper von außen umhüllt. Auch wenn ein Analkarzinom also in enger Nachbarschaft zur Darmschleimhaut entsteht, unterscheidet sich ein Analkrebs von Darmkrebs: Analkarzinom-Zellen zeigen, unter dem Mikroskop betrachtet, in der Mehrzahl der Fälle Merkmale eines sogenannten Plattenepithelkarzinoms. Dickdarmkarzinome sind hingegen vorwiegend sogenannte Adenokarzinome.

Experten nutzen nicht nur mikroskopische Eigenschaften, um einen Tumor näher zu beschreiben, sondern auch den genauen Ort, an dem ein Krebs wächst. Entsteht ein bösartiger Tumor im Analkanal, also zwischen dem Ende des Darms und der Afterhaut, sprechen Mediziner von einem Analkanalkarzinom. Bösartige Tumoren am Übergang von Analkanal und Afterhaut, werden stattdessen als Analrandkarzinom bezeichnet. Diese Krebsart wird dann zu den Hauttumoren gerechnet. Im engeren Sinne handelt es sich bei Analkrebs daher um das Analkanalkarzinom.

Symptome, die auf ein Analkarzinom hinweisen können, sind:

In vielen Fällen stecken hinter solchen Beschwerden Hämorrhoiden. Es ist aber wichtig, ärztlich untersuchen zu lassen, was zu den Symptomen führt, etwa mittels einer Enddarmspiegelung (Rektoskopie).

Gesetzlich Versicherte haben einen Anspruch auf kostenfreie Krebsvorsorge-Untersuchungen, bei denen der Arzt unter anderem auch prüft, ob Tumoren im Afterbereich vorliegen. Männer können ab dem 45. Lebensjahr an der Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung teilnehmen. Dabei tastet der Arzt den Enddarm aus und kann so auch krebsverdächtige Veränderungen am Anus feststellen. Ab dem 50. Lebensjahr greift für beide Geschlechter die Darmkrebs-Vorsorge: Dabei wird eine Stuhlprobe auf verstecktes Blut untersucht (Okkultblut-Test). Ab dem Alter von 55 Jahren besteht der Anspruch auf eine Darmspiegelung.

Die Behandlung bei Analkrebs richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Sie hängt unter anderem davon ab, wie groß der Tumor ist. Kleine, frühzeitig erkannte Tumoren kann der Chirurg komplett herausschneiden. Bei einem fortgeschrittenen Analkarzinom kombiniert man in der Regel eine Bestrahlung mit einer Chemotherapie. Das kann den Tumor in vielen Fällen heilen. Deshalb gilt Analkrebs auch als Tumorerkrankung mit günstiger Prognose.

Ist eine Heilung nicht möglich, kann die Therapie den Analkrebs soweit eindämmen, dass die Betroffenen möglichst gut mit der Erkrankung leben können. In manchen Fällen ist auch in fortgeschrittenen Stadien eine Operation sinnvoll, bei welcher der Chirurg dann einen Teil des Darms entfernt und einen künstlichen Darmausgang legt.



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