Analfissur (Afterriss): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. April 2015)

Akute Analfissur

Bei einer Analfissur ist eine konsequente Therapie wichtig, damit Schmerzen abklingen und die Wunde abheilen kann. Zur Behandlung einer Analfissur gibt es von der Salbe bis zur Operation verschiedene Möglichkeiten, die sich teilweise auch kombinieren lassen:

  • Im Bereich der Analfissur wirken Salben oder Zäpfchen schmerzstillend und abschwellend. Häufig kommt während der Heilphase einer Analfissur eine nitrathaltige Salbe zum Einsatz, die auch den Schließmuskel entspannt. Gelegentlich verschreibt der Arzt auch Schmerztabletten oder -tropfen. Sogenannte Analtampons (Zäpfchen mit Mulleinlage) gelten als besonders wirksam, da sie den Wirkstoff genau an der wunden Stelle abgeben und nicht so leicht verrutschen.
  • Zur einmaligen örtlichen Betäubung spritzt der Arzt im Bereich der Analfissur ein Betäubungsmittel, um den Schmerzkreislauf zu unterbrechen und die Heilung somit zu unterstützen.
  • Warme Sitzbäder eignen sich bei einer Analfissur ebenfalls zur Therapie. Sie entspannen den Sphinktermuskel und beugen so Verstopfungen vor.
  • Sogenannte Analdehner (fingerförmige Plastikkegel) können Betroffene selbstständig mehrmals am Tag anwenden, um den Schließmuskels vorsichtig zu dehnen und eine übermäßige Muskelspannung zu verringern.
  • Eine ballaststoffreiche Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge sorgen für die richtige Stuhlkonsistenz und beugen weiteren Verletzungen im Analbereich vor.
  • Es empfiehlt sich, Abführmittel (Laxantien) nur begrenzt und nach Absprache mit dem Arzt zu verwenden, da ein sehr dünner und häufiger Stuhlgang den Analkanal reizen und die Entzündung verstärken kann.

Chronische Analfissur

Halten die Beschwerden durch die Risse im Analbereich trotz Therapie länger als einige Wochen an oder kommt es zu Rückfällen, handelt es sich um eine chronische Analfissur. Bei einer chronischen Analfissur hat sich der Schmerzkreislauf bereits soweit aufgebaut, dass die Wunde nicht mehr von selbst verheilt. Um mögliche Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern, rät der Arzt bei einer chronischen Analfissur in der Regel zu einer operativen Therapie.

Lange Zeit schnitten Ärzte zur Behandlung einer chronischen Analfissur den inneren Schließmuskel ein, um die Muskelspannung auf Dauer zu reduzieren (laterale Sphinkterotomie) oder sie dehnten den Schließmuskel unter Narkose. Beide Verfahren kommen wegen möglicher Komplikationen nur noch vereinzelt zum Einsatz.

Heutzutage behandelt der Arzt eine Analfissur unter Kurznarkose in der sogenannten Fissurektomie. Dabei entfernt er das gesamte narbig veränderte Gewebe um die Analfissur herum, ohne jedoch den Schließmuskel zu verletzen. Nur wenn als Komplikation bereits eine Analfistel entstanden ist, spaltet der Arzt oberflächliche Anteile des Schließmuskels auf.

Die Operation ist bei jüngeren Betroffenen ambulant durchführbar. Bei älteren Menschen erfolgt die operative Entfernung der Analfissur im Rahmen einer kurzen stationären Therapie. Sitzbäder und (nach Absprache mit dem Arzt) milde Abführmittel können in der Nachbehandlung die Wundheilung unterstützen.

Frühere operative Methoden gingen immer mit der Gefahr einer Stuhlinkontinenz einher. Mittlerweile gibt es neuere Behandlungskonzepte zur konservativen (nicht-operativen) Therapie der chronischen Analfissur. Dazu gehören die Injektion von Botulinumtoxin ("Botox") in den Schließmuskel oder die Anwendung von durchblutungsfördernden Salben (Nitrate).


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