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Anämie (Blutarmut), Eisenmangelanämie: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. Oktober 2015)

Eine Anämie (Blutarmut) liegt vor, wenn im Blut zu wenig roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) vorhanden ist. Oft kommt ein Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) dazu.

Der Körper eines Erwachsenen hat etwa 3,5 bis 5 Liter Blut – das entspricht ungefähr 70 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Das Blut besteht gut zur Hälfte aus einer Art Flüssigkeit, dem Blutplasma, und zur anderen Hälfte aus Zellen. Einen Großteil dieser Zellen machen die Erythrozyten aus: Sie transportieren den Sauerstoff mit Hilfe des Blutes aus der Lunge zu Organen und Geweben. Gebunden ist der Sauerstoff dabei an das Hämoglobin, einem auch als "roter Blutfarbstoff" bezeichneten Eiweißkomplex. Bei einer Anämie, wie etwa der Eisenmangelanämie, fehlt es aber an Erythrozyten und / oder Hämoglobin. Die Folge: Der Körper wird nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt.

Das Knochenmark bildet laufend neue Erythrozyten und gibt diese ins Blut ab – im Durchschnitt 160 Millionen pro Minute. Um neue Erythrozyten zu bilden, braucht das Knochenmark eine Reihe von Nährstoffen und Wachstumsfaktoren. Drei Bausteine sind dabei besonders entscheidend: Eisen, Vitamin B12 und Folsäure – fehlen sie für den Aufbau neuer Erythrozyten, kommt es zu einer Anämie.

Ebenso spielt das Wachstumshormon Erythropoetin, besser bekannt als "Epo", bei der Synthese der Erythrozyten eine entscheidende Rolle: Es wird bei Sauerstoffmangel – etwa durch eine Anämie – von den Nieren gebildet und regt die Produktion der roten Blutkörperchen an.

Die Lebensdauer von Erythrozyten beträgt 120 Tage. Danach werden sie vor allem in der Milz abgebaut. Sie filtert dazu das gesamte Blut und hält alte oder fehlgeformte Erythrozyten zurück.

Wird die Produktion oder der Abbau der Erythrozyten gestört, kann eine Anämie entstehen. Je nach Art der Entstehung unterscheidet man dabei verschiedene Formen. Ursachen für eine Anämie können sein:

  1. eine gestörte Bildung der Erythrozyten
  2. ein vermehrter Verlust an Erythrozyten
  3. eine gestörte Verteilung der Erythrozyten

Häufigkeit

Anämie ist ein sehr häufiges Symptom verschiedenster Grunderkrankungen. Dabei ist die Eisenmangelanämie (sideropenische Anämie) mit 80 Prozent aller Anämien die häufigste Form – weltweit leiden knapp 25 von 100 Menschen an einer Eisenmangelanämie, insgesamt etwa 1,75 Milliarden.

Eisenmangel betrifft dabei in vier von fünf Fällen Frauen. Die Ursache: Über die monatliche Menstruation verlieren gebärfähige Frauen immer wieder Blut – etwa 65 Milliliter pro Monat. Dabei geht auch Eisen verloren, das in den Erythrozyten gebunden ist – in Europa betrifft die Eisenmangelanämie etwa 1 von 10 Frauen im zeugungsfähigen Alter, in Entwicklungsländern sogar 5 von 10.



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