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Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Stand: 3. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die amyotrophe Lateralsklerose (auch: amyotrophische Lateralsklerose, ALS) ist eine – meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auftretende – neurologische Erkrankung, die mit zunehmender Muskelschwäche einhergeht. Ihre Ursache ist weitgehend unbekannt.

Die amyotrophe Lateralsklerose tritt sporadisch (d.h. vereinzelt), familiär (d.h. in Familien gehäuft) und endemisch (d.h. örtlich begrenzt) auf. Bei jeder Form der amyotrophen Lateralsklerose hat die Muskelschwäche denselben Grund: eine rasch voranschreitende Schädigung (bzw. Degeneration) bestimmter Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark (zentrales Nervensystem, ZNS), die für Muskelbewegungen verantwortlich sind. Degenerative Veränderungen dieser als Motoneuronen bezeichneten Nervenzellen führen zu Kraftlosigkeit und Bewegungseinschränkung durch fortschreitende Lähmungen. Je nach zuerst befallener Muskelgruppe kann dies:

  • zunächst an der Hand- und Unterarmmuskulatur einer Körperseite auftreten und sich nachfolgend auf die Gegenseite und auf die Beine ausdehnen,
  • an der Unterschenkel- und Fußmuskulatur beginnen oder
  • seltener als Erstes die Sprech-, Kau- und Schluckmuskulatur betreffen.

Entsprechend kommen für eine amyotrophe Lateralsklerose als erste Symptome sowohl ungeschickte Handbewegungen (z.B. beim Rasieren o. Schreiben) als auch eine Schwäche der Beine beziehungsweise eine Gangunsicherheit oder Sprech- und Schluckstörungen infrage. Im weiteren Verlauf wirkt sich die amyotrophe Lateralsklerose auf alle Muskelgruppen einschließlich der Atemmuskulatur aus, sodass es zu Atemnot kommt. Schmerzen treten meist erst bei einem deutlichen Muskelschwund auf. Die Wahrnehmung der Menschen mit ALS, ihr Bewusstsein und ihre intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt.

Gegen die amyotrophe Lateralsklerose kommt eine Therapie zum Einsatz, deren Ziel es ist, die Krankheit zu verlangsamen sowie die mit ihr verbundenen Beschwerden und Behinderungen zu lindern: So können beispielsweise Medikamente, Krankengymnastik und nicht-invasive Beatmung die amyotrophe Lateralsklerose vorübergehend bessern. Eine Heilung ist jedoch nicht möglich; in der Regel verringert die amyotrophe Lateralsklerose die Lebenserwartung und führt nach mehrjährigem Verlauf zum Tod.

Weiterlesen: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Definition

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