Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Amputationsschmerzen

Amputationsschmerzen

Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Amputation kann Leben retten, ist aber oft mit Amputationsschmerzen verbunden. Hierunter versteht man zwei unterschiedliche Formen von Schmerzen nach der Amputation: Phantomschmerzen und Stumpfschmerzen.

Der Phantomschmerz ist ein bis heute rätselhafter Amputationsschmerz, der scheinbar im amputierten Körperteil (dem sog. Phantomglied) herrscht. Häufig ähneln Amputationsschmerzen im Phantomglied den Schmerzempfindungen, die schon vor der Amputation bestanden. Der Phantomschmerz kann sofort nach der Operation auftreten, aber auch erst Wochen, Monate oder Jahre später. Meistens handelt es sich bei Phantomschmerzen nach einer Amputation um wiederholte Schmerzattacken, seltener um stetige Schmerzen.

Der Stumpfschmerz hingegen tritt nach einer Amputation örtlich klar eingegrenzt direkt am Amputationsstumpf auf, zum Beispiel als Wundschmerz infolge der Operation. Weitere mögliche Ursachen für Stumpfschmerzen sind zum Beispiel Infektionen oder Blutergüsse im Stumpf oder schlecht sitzende Prothesen. Die Art der Amputationsschmerzen am Stumpf hängt von der Schmerzursache ab und kann beispielweise brennend, elektrisierend, schneidend, stechend oder krampfartig sein.

Bei Amputationsschmerzen ist es für die Diagnose hilfreich, ein Schmerztagebuch zu führen: Dies erleichtert es dem Arzt, zu unterscheiden, ob es sich um Phantomschmerzen oder um Stumpfschmerzen handelt, und die geeignete Therapie festzulegen.

Während bei Amputationsschmerzen am Stumpf die Behandlung in erster Linie auf die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache abzielt, ist dies bei Phantomschmerzen nicht möglich. Daher besteht die Phantomschmerz-Therapie vor allem darin, die Schmerzen zu lindern. Gegen Amputationsschmerzen kommen zum einen Medikamente zum Einsatz; zum anderen stehen nicht-medikamentöse Verfahren zur Schmerzlinderung zur Verfügung, zum Beispiel: eine Nervenreizung (Nervenstimulation) durch elektrischen Strom, Massagen oder Krankengymnastik. Darüber hinaus bietet möglicherweise auch die sogenannte Spiegeltherapie Hilfe speziell bei Phantomschmerzen. Allgemein gilt: Je früher die Behandlung von Amputationsschmerzen beginnt, umso größer sind die Aussichten auf Erfolg.

Weiterlesen: Amputationsschmerzen: Definition

Das könnte Sie auch interessieren

Krankheitsgebiete

Krankheitsgebiete

Von A wie Allergien bis Z wie Zahnerkrankungen – hier finden Sie alle Krankheiten nach Krankheitsgebieten sortiert. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2013 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.