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Forenexperte: Dr. med. Christoph Wachter
Forum Chronische Schmerzen
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Stand: 9. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei Amputationsschmerzen im nicht mehr vorhandenen Körperteil (sog. Phantomschmerzen) besteht die Therapie vor allem darin, die Schmerzen zu bekämpfen, denn: Anders als bei Stumpfschmerzen ist es bei Phantomschmerzen nicht möglich, die Schmerzursache zu beseitigen. Wie die Behandlung im Einzelnen aussieht, richtet sich nach Stärke und Dauer der Schmerzen. Dabei ist es auf jeden Fall wichtig, dass die Phantomschmerz-Therapie schnell und konsequent erfolgt, denn: Schmerzen im Phantomglied, die länger als ein halbes Jahr andauern, kann man nur noch schwer beeinflussen.
Die wirksamste Behandlung von Amputationsschmerzen im Phantomglied besteht daher in vorbeugenden Maßnahmen – das bedeutet vor allem eine konsequente Schmerzbehandlung vor und nach der Amputation, um dem Schmerzgedächtnis entgegenzuwirken. Nach der Operation stehen die unterschiedlichsten Maßnahmen zur Phantomschmerz-Therapie zur Verfügung:
Bei Amputationsschmerzen in Form von Phantomschmerzen kommen zur Therapie verschiedene Medikamente infrage. So bieten sich gegen schwere Phantomschmerz-Attacken Opiate zur Therapie an, zum Beispiel Morphine und verwandte Medikamente. Bei einem ständigen oder häufigen Phantomschmerz ist auch eine dauerhafte Behandlung mit verschiedenen Medikamenten möglich, die nach einem für jeden Einzelfall neu festgelegten Schema erfolgt. Häufig ist auch eine Kombination aus mehreren Medikamenten und physikalischen Maßnahmen eine sinnvolle Hilfe bei Phantomschmerzen. Die Medikamente müssen in jedem Fall ärztlich verordnet sein, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit einer Schmerzambulanz.
Im Einzelnen stehen für die Phantomschmerz-Therapie folgende Medikamente zur Verfügung:
Gegen Amputationsschmerzen im Phantomglied kann auch eine Therapie mit einem Mittel zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhetikum) helfen: Um den Phantomschmerz zu mindern, spritzt der Arzt Ihnen dieses Mittel um eine bestimmte Region herum und unterdrückt so die Erregungsübertragung. Daher bezeichnet man diese Form der Phantomschmerz-Therapie auch als Neuraltherapie (neural = die Nerven betreffend). Speziell zur Phantomschmerz-Behandlung sind folgende Verfahren geeignet:
Bei Amputationsschmerzen in Form von Phantomschmerzen bieten sich zur Therapie außerdem verschiedene physikalische Maßnahmen an. Geeignet zur Phantomschmerz-Therapie sind:
Bei Amputationsschmerzen in Form von Phantomschmerzen kann auch eine Therapie mit Spiegeln große Wirkungen erzielen: Ziel dieser als Spiegeltherapie bezeichneten Phantomschmerz-Therapie ist es, den Schmerz im Phantomglied zu lindern. Dazu spiegelt man Ihren noch vorhandenen Körperteil (z.B. Arm oder Bein) so, dass Sie den Eindruck gewinnen, die Spiegelung sei der amputierte Körperteil. Dieser optische Eindruck weckt im Gehirn eine Erinnerung an den amputierten Körperteil. Die mögliche Folge: Das Gehirn ersetzt nun die aufgrund der Amputation fehlenden Eingangssignale aus den Nerven des amputierten Körperteils nicht mehr durch einen Phantomschmerz.
| Die Erfolgschancen der Spiegeltherapie bei Phantomschmerzen sind umso höher, je früher die Behandlung nach der Amputation beginnt. |
Bei Amputationsschmerzen im Phantomglied sind zur Therapie auch ergänzende Verfahren geeignet: Sehr gute Erfolge in der Phantomschmerz-Therapie zeigen Akupunktur, Hypnose und Biofeedback. Häufig gelingt es, durch diese Verfahren den Bedarf an Medikamenten deutlich zu senken. Die Wirksamkeit einer solchen ergänzenden Phantomschmerz-Behandlung ist allerdings in jedem Einzelfall auszutesten.
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