Amputations­schmerzen: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Januar 2015)

Amputationsschmerzen sind Schmerzen, die nach der chirurgischen Entfernung eines Körperteils (Amputation) auftreten. Per Definition unterscheidet man zwei Varianten:

  • den Phantomschmerz und
  • den Stumpfschmerz.

Phantomschmerz

Der Begriff Phantomschmerz bezeichnet Amputationsschmerzen, die man nach einer Amputation scheinbar im nicht mehr vorhandenen Körperteil (sog. Phantomglied) empfindet. Der Phantomschmerz befindet sich also eigentlich außerhalb des Körpers. Bei diesen rätselhaften Schmerzen nach einer Amputation handelt es sich um Nervenschmerzen (bzw. neuropathische Schmerzen), die bedingt sind durch die Schädigung oder Durchtrennung von Nervenfasern, die normalerweise Reize ans zentrale Nervensystem (ZNS: Gehirn und Rückenmark) übermitteln.

Amputationsschmerzen in Form von Phantomschmerzen kommen nach mehr als der Hälfte aller Gliedmaßenamputation vor. Aber auch nach Amputationen anderer Körperteile wie Brust, Zunge, Nase, Penis, Hoden oder Klitoris – zum Beispiel als Folge von Unfällen und Verletzungen – kann sich ein Phantomschmerz entwickeln.

Der Phantomschmerz ist jedoch nicht die einzig mögliche Empfindung im Phantomglied: Neben Amputationsschmerzen können nach einer Amputation auch nicht schmerzhafte Empfindungen in der amputierten Gliedmaße entstehen. Beispiele hierfür sind Bewegungs-, Temperatur- oder Berührungserscheinungen. Häufig nehmen die Betroffenen die Extremität auch verändert wahr: also vergrößert, verkleinert oder verdreht – oft dem Zustand entsprechend, in dem sie sich zum Zeitpunkt des Unfalls befand. Diese sogenannten Phantomempfindungen treten – im Gegensatz zum Phantomschmerz – praktisch immer nach Amputationen auf, entwickeln sich aber selten zu einem Problem.

Stumpfschmerz

Stumpfschmerzen sind örtlich auf den Operationsbereich begrenzte Schmerzen nach einer Amputation – diese Amputationsschmerzen treten also direkt am Amputationsstumpf auf. Ein Stumpfschmerz kann plötzlich und heftig (akut) auftreten oder langwierig (chronisch) verlaufen. Als Gründe für die Schmerzen am Amputationsstumpf kommen neben Durchblutungsstörungen, Narbenschmerzen und schlecht sitzenden Prothesen auch häufig sogenannte Neurome (ungerichtete Nervenneubildungen, gutartige Knotenbildung) infrage.


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