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Forenexperte: Dr. med. Christoph Wachter
Forum Chronische Schmerzen
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Stand: 9. März 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Amputationsschmerzen sind Schmerzen, die nach der chirurgischen Entfernung eines Körperteils (Amputation) auftreten. Per Definition unterscheidet man zwei Varianten: den Phantomschmerz und den Stumpfschmerz.
Phantomschmerzen sind die bis heute rätselhaften Amputationsschmerzen, die man nach einer Amputation scheinbar im nicht mehr vorhandenen Körperteil (sog. Phantomglied) empfindet, die sich also eigentlich außerhalb des Körpers befinden. Der Phantomschmerz tritt nach mehr als der Hälfte aller Gliedmaßenamputation auf. Aber auch nach Amputationen anderer Körperteile wie Brust, Zunge, Nase, Penis, Hoden oder Klitoris, zum Beispiel als Folge von Unfällen und Verletzungen, kann sich ein Phantomschmerz entwickeln.
Der Phantomschmerz ist jedoch nicht die einzig mögliche Empfindung im Phantomglied: Neben Amputationsschmerzen kann es nach einer Amputation auch zu nicht schmerzhaften Empfindungen in der amputierten Gliedmaße kommen. Beispiele hierfür sind Bewegungs-, Temperatur- oder Berührungserscheinungen; häufig nehmen die Betroffenen die Extremität auch verändert wahr – also vergrößert, verkleinert oder verdreht, oft dem Zustand entsprechend, in dem sie sich zum Zeitpunkt des Unfalls befand. Diese sogenannten Phantomempfindungen treten – im Gegensatz zum Phantomschmerz – praktisch immer nach Amputationen auf, entwickeln sich aber selten zu einem Problem.
Stumpfschmerzen sind die nach einer Amputation direkt am Amputationsstumpf auftretenden Amputationsschmerzen. Ein Stumpfschmerz kann plötzlich und heftig (akut) auftreten oder langwierig (chronisch) verlaufen. Als Gründe für die Schmerzen am Amputationsstumpf kommen neben Durchblutungsstörungen, Narbenschmerzen und schlecht sitzenden Prothesen auch häufig sogenannte Neurome (ungerichtete Nervenneubildungen, gutartige Knotenbildung) infrage.
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