ALS (amyotrophe Lateralsklerose): Symptomatische Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Oktober 2013)

Bei der Nervenkrankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose) ist auch eine Therapie empfehlenswert, welche die Symptome lindert – also symptomatisch wirkt. Die symptomatische ALS-Therapie dient dazu, Ihre Beweglichkeit (Mobilität) und Eigenständigkeit möglichst lange zu erhalten. In praktisch jedem Fall macht die amyotrophe Lateralsklerose Folgendes notwendig:

Krankengymnastik und Ergotherapie sind dauerhaft als symptomatische ALS-Therapie wichtig: Die krankengymnastischen Übungen (z.B. nach Vojta) dienen dazu, die Restfunktion Ihrer Muskeln zu fördern und den für die amyotrophe Lateralsklerose typischen Folgen der zunehmenden Unbeweglichkeit (wie Muskelschwund) entgegenzuwirken. Die Ergotherapie hilft Ihnen, die noch vorhandenen Muskelfunktionen sinnvoll einzusetzen.

Auf Dauer ist es für die symptomatische ALS-Therapie zudem von entscheidender Bedeutung, die Atemfunktionen zu unterstützen: Gegen zähe Verschleimung können symptomatisch schleimlösende Medikamente (sog. Mukolytika) zum Einsatz kommen. Daneben ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken. Außerdem sind Beatmungsmaßnahmen gegen das für die amyotrophe Lateralsklerose typische Atemversagen sinnvoll: Die nicht-invasive Beatmung in häuslicher Umgebung erhöht die Lebensqualität und wirkt sich nachweislich lebensverlängernd aus.

Zur Bekämpfung der für die amyotrophe Lateralsklerose typischen Atemnot steht zunächst nicht die symptomatische Therapie im Vordergrund, sondern die ursächliche: Wenn beispielsweise eine Lungenentzündung für Ihre Luftnot verantwortlich ist, können womöglich Antibiotika Abhilfe schaffen. Nähert sich der Verlauf der ALS dem Ende, ist auf Ihren Wunsch auch eine rein symptomatisch wirkende Therapie der Atemnot (z.B. mit Morphin) möglich.

Eins ist im Zusammenhang mit der Atemnot und dem Atemversagen bei ALS in jedem Fall wichtig zu wissen: Sie müssen keine Angst haben, zu ersticken! In der Regel endet die amyotrophe Lateralsklerose mit einem friedlichen Tod: Die Betroffenen schlafen am Ende (infolge eines erhöhten Kohlendioxidgehalts im Blut) ein und hören im Schlaf einfach auf zu atmen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Lungenentzündungen spielen bei der ALS im mittleren und späten Krankheitsverlauf eine zunehmend größere Rolle: Schon die symptomatische Behandlung des Atemversagens wirkt vorbeugend. Um die Funktion der Atemmuskulatur zu fördern und die Schleimbildung der Bronchien unter Kontrolle zu halten, sind bei ALS zusätzlich Atemgymnastik und Klopfmassagen (sog. physikalische Therapie) geeignet. Daneben ist es wichtig, Atemwegsinfekte frühzeitig mit Antibiotika zu behandeln und gegen Schluckstörungen vorzugehen. Führt die amyotrophe Lateralsklerose zur fortschreitenden Lähmung der beim Schlucken beteiligten Muskeln, ist eine Ernährung über Sonden erforderlich, um zu vermeiden, dass Nahrung in die Luftwege eindringt.

Ist die amyotrophe Lateralsklerose mit weiteren Problemen verbunden, welche Ihre Lebensqualität beeinträchtigen, ist auch deren Behandlung empfehlenswert. So können zum Beispiel verschiedene Arzneimittel (wie Botulinumtoxin A oder B oder Scopoderm TTS) bei übermäßigem Speichelfluss (Hypersalivation) infolge der ALS als symptomatische Therapie zum Einsatz kommen. Führt die ALS zu Sprechstörungen (Dysarthrie), bietet sich eine Sprachtherapie (Logopädie) an: Logopäden können Ihnen helfen, die noch vorhandenen Funktionen sinnvoll zu nutzen und so Ihre Kommunikationsmöglichkeiten zu verbessern. Wenn Sie nicht mehr sprechen können, kann Ihnen eine einfache Alphabettafel oder ein elektronisches Kommunikationshilfsmittel helfen, sich zu verständigen. Außerdem stehen verschiedene orthopädische Hilfsmittel wie Handschienen oder Gehhilfen zur Verfügung, um den Ausfall einzelner Muskelgruppen auszugleichen. Von besonderer Bedeutung bei der symptomatischen ALS-Therapie ist auch eine psychologische Betreuung, da Ihr Bewusstsein während der gesamten Dauer der Erkrankung mit großer Wahrscheinlichkeit uneingeschränkt bestehen bleibt.


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