Akutes Nierenversagen (ANV): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juli 2015)

Ein akutes Nierenversagen (ANV) kann verschiedene Ursachen haben. Allen gemeinsam ist, dass sie die Nierenfunktion beeinträchtigen. Es kommt zu einer Abnahme des sogenannten Glomerulumfiltrats, also der in den Nieren gebildeten Urinvorstufe, und somit zu einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz). Akutes Nierenversagen teilt man je nach Ursache in folgende Kategorien ein:

  • prärenales akutes Nierenversagen: Dieses entsteht "vor" der Niere, also im Kreislaufsystem. In 60 Prozent der Fälle von ANV handelt es sich um ein prärenales akutes Nierenversagen. Ursachen sind beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Wasser- und Elektrolytverluste (z.B. durch Erbrechen, Durchfall). Dies führt zu einer mangelhaften Durchblutung der Niere. Um die Durchblutung zu verbessern, bremsen die Nieren den Flüssigkeitsverlust – es wird weniger Urin produziert. Allerdings können die Nieren ihrer Filterfunktion so auf Dauer nicht gerecht werden. Die Folge: Schadstoffe und Abbauprodukte des Stoffwechsels reichern sich im Blut an.
  • (intra)renales akutes Nierenversagen: Das Nierengewebe selbst kann aufgrund von Durchblutungsstörungen oder Giftstoffen (z.B. Medikamente) geschädigt und so in seiner Funktion gestört sein. Ungefähr 35 Prozent der ANV-Fälle fallen in diese Untergruppe.
  • postrenales akutes Nierenversagen: Dieses entsteht "nach" der Niere (Nierenbecken, Harnleiter, Blase, Harnröhre). Dabei handelt es sich vorwiegend um Behinderungen im Urinfluss durch verengte Harnwege. Ursachen hierfür können z.B. Nieren-, Harn- oder Blasensteine sein sowie Tumoren oder eine Prostatavergrößerung. Der entstehende Urinstau schädigt das Nierengewebe. Akutes Nierenversagen ist in ca. 5 Prozent der Fälle postrenal bedingt.

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