Akutes Nierenversagen (ANV): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juli 2015)

Ein akutes Nierenversagen (ANV) erfordert eine intensive Therapie im Krankenhaus. Die Behandlung besteht darin, die auslösenden Ursachen zu beseitigen und gleichzeitig die Symptome oder Komplikationen der Nierenfunktionsstörung zu lindern. Am wichtigsten ist es, die Ursache zu erkennen und zu behandeln, um die natürliche Filterfunktion der Nieren wiederherzustellen.

Therapie der Ursache

Liegt ein prärenales ANV vor, also akutes Nierenversagen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionskrankheiten, ist das Ziel der Therapie, dass die Niere wieder ausreichend durchblutet wird. Dazu erhält der Betroffene Medikamente und Infusionen, die den Kreislauf normalisieren.

Bei renalem ANV, also Veränderungen im Nierengewebe, muss die Ursache der Schädigung beseitigt werden. Hat ein Medikament ein akutes Nierenversagen ausgelöst, besteht die Therapie darin, das ursächliche Medikament abzusetzen. Manchmal verschreibt der Arzt zusätzlich ein Gegenmittel.

Bei postrenalem ANV, also Störungen in den Harnwegen, versuchen die behandelnden Ärzte, die Harnabflussbehinderung (z.B. Harnsteine) zu beseitigen.

Konservative Therapie

Oft kann ein akutes Nierenversagen mit einer konservativen – also medikamentösen – Therapie behandelt werden. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts. Wenn die Flüssigkeitsaufnahme auf normalem Wege durch die Grunderkrankung (z.B. Durchfall, Erbrechen) behindert wird, erfolgt die Flüssigkeitsgabe mit Infusionen über die Vene.Auch die Konzentration der Elektrolyte (z.B. Kalium, Calcium, Natrium, Phosphat) sollte auf einem normalen Niveau gehalten werden, damit es nicht zu Komplikationen kommt.

Dialyse

Falls eine konservative Therapie nicht ausreicht, muss die Nierenfunktion vorübergehend mit technischen Hilfsmitteln aufrechterhalten werden (Dialyse). Das Prinzip dieser auch Nierenersatz-Therapie genannten Behandlung ist folgendes: Das Blut fließt über einen Katheter, der sich in einer Vene (meistens der Armvene oder seltener der Oberschenkelvene) befindet, über Schläuche und Pumpen in ein System von halbdurchlässigen Membranen. Auf der anderen Seite dieser Membranen strömt eine salzhaltige, genau dosierte Flüssigkeit (Dialysat) dem Blut entgegen. Über die Membran gelangen die aus dem Blut auszuscheidenden Substanzen in die Salzlösung und werden über diese entfernt. Nach Passieren des Membransystems gelangt das so gereinigte Blut wieder in den Körper des Patienten.

Diese Art der "Blutwäsche" mittels halbdurchlässiger (semipermeabler) Membranen und dem Dialysat wird als extrakorporale (außerhalb des Körpers erfolgende) Dialyse bezeichnet. Die extrakorporale Dialyse muss so lange erfolgen, bis die eigenen Nieren wieder ausreichend arbeiten. In besonders schweren Fällen und wenn sich die Nieren dauerhaft nicht wieder erholen, kann eine Nierentransplantation nötig sein.


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