Akutes Nierenversagen (ANV): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Juli 2015)

Ein akutes Nierenversagen (ANV) verläuft in verschiedenen Phasen, die sich durch jeweils unterschiedliche Symptome voneinander abgrenzen lassen. In der Regel zeichnet sich ein ANV jedoch nicht durch typische Symptome aus. Stattdessen stehen meist die Beschwerden der Grunderkrankung im Vordergrund.

Initialphase:

Die Grunderkrankung führt zunehmend zur Einschränkung der Nierenfunktion. Noch herrschen allerdings die Symptome der Grunderkrankung vor, von einem akuten Nierenversagen ist noch nichts zu spüren.

Phase des manifesten Nierenversagens:

Die Filterfunktion der Nieren ist so weit gesunken, dass es nun in den meisten Fällen zur typischen Verminderung der Harnausscheidung kommt. Bei einer Oligurie fällt die tägliche Harnmenge unter 500 Milliliter (0,5 Liter), bei einer Anurie sind es sogar weniger als 100 Milliliter (0,1 Liter) täglich. Etwa einer von drei Betroffenen scheidet jedoch normal oder vermehrt Urin aus. In jedem Fall häufen sich hingegen Schadstoffe des Stoffwechsels im Blut an. Stellvertretend hierfür wird dabei der Kreatininwert im Blut gemessen – Kreatinin ist das Abbauprodukt des Muskelproteins Kreatin –, der erst dann ansteigt, wenn mehr als die Hälfte der Nierenfunktion eingeschränkt ist.

Die eingeschränkte Nierenfunktion kann in dieser Phase folgende Auswirkungen haben:

Diuretische oder polyurische Phase:

In dieser Phase kommt es zu einer übermäßigen Harnausscheidung von über zwei Litern pro Tag (Polyurie). Daher droht dem Körper ein zu starker Verlust von Wasser und Elektrolyten.

Heilungsphase:

Bei vielen Patienten erholt sich die Nierenfunktion innerhalb mehrerer Wochen bis Monate wieder vollständig. Die Harnmenge normalisiert sich auf 1 bis 1,5 Liter pro Tag. In manchen Fällen kann die Nierenfunktion jedoch dauerhaft eingeschränkt bleiben. Mediziner sprechen dann von einer chronischen Niereninsuffizienz.

Aufgrund der Schwere der Grunderkrankung nimmt das ANV bei Intensivpatienten häufig einen wesentlich ungünstigeren Verlauf, in dem sich diese klassischen Phasen nicht erkennen lassen. Darüber hinaus wird die Behandlung oftmals durch weitere Vorerkrankungen erschwert, sodass sechs von zehn Intensivpatienten mit einem ANV versterben.

Urämie

Ein akutes Nierenversagen kann zu einer sogenannten Urämie führen. Darunter verstehen Mediziner eine Harnvergiftung, die auftritt, wenn sich der Urin etwa durch ein Hinderniss in den Harnwegen zurückstaut. Symptome einer Urämie sind zum Beispiel:


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst