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Akustikusneurinom, Neurinom

Stand: 30. Juni 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein Neurinom ist ein gutartiger Nervenfasertumor – genauer gesagt ein Tumor der Zellen, welche die Nervenfasern umhüllen. Am häufigsten ist das Akustikusneurinom – eine Geschwulst die sich aus den sogenannten Schwannschen Zellen, die den Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) umgeben, entwickelt.

Mediziner sprechen bei einem Akustikusneurinom auch von einem Vestibularisschwannom (N. vestibularis = Gleichgewichtsnerv; Schwannom = Geschwulst der Schwannschen Zellen). Risikofaktoren und Ursachen des Neurinoms sind nicht bekannt. Treten Akustikusneurinome beidseitig des Gleichgewichtsnervs auf, ist häufig eine Erbkrankheit – die Neurofibromatose Typ 2 – die Ursache.

Das Akustikusneurinom entsteht bevorzugt im inneren Gehörgang. Dort verlaufen die für die beiden unterschiedlichen Sinne Gehör und Gleichgewichtssinn zuständigen Fasern des Nervus vestibulocochlearis räumlich eng zusammen. Daraus leiten sich die typischen Symptome eines Akustikusneurinoms ab:

In schweren Fällen werden Betroffene mit Akustikusneurinom taub. Verdächtig sind ungewöhnliche Verläufe eines " Hörsturzes ": Plötzliche, immer wiederkehrende Hörverluste auf derselben Seite oder eine auf wenige Tage beziehungsweise Wochen zeitlich begrenzte Besserung der Hörminderung.

Wächst das Akustikusneurinom weiter, kann es das Gehirn einengen und zu sogenannten Hirndrucksymptomen (z.B. Erbrechen, Sehstörungen) führen und weitere Gehirnnerven bedrängen. Größere Akustikusneurinome, die Beschwerden verursachen, entfernt der Neurochirurg oder spezialisierte HNO-Arzt daher operativ. Wenn keine Beschwerden auftreten, ist bei einem Neurinom keine Therapie notwendig. Kleinere Akustikusneurinome, die Symptome hervorrufen, können auch mit einer Strahlentherapie behandelt werden.

Ein Neurinom kann behandelt werden – die Prognose ist deshalb gut. Wurde ein Akustiusneurinom vollständig entfernt, tritt es normalerweise nicht wieder auf. Sind Reste der Geschwulst verblieben, kann sich daraus allerdings wieder ein Neurinom bilden (sog. Rezidiv).

Weiterlesen: Akustikusneurinom, Neurinom: Definition

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