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Akustikusneurinom, Neurinom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. Dezember 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ein Neurinom ist ein gutartiger Nervenfasertumor – genauer gesagt ein Tumor der Zellen, welche die Nervenfasern umhüllen. Bei einem Neurinom handelt es sich am häufigsten um ein Akustikusneurinom. Diese Geschwulst entwickelt sich aus den sogenannten Schwann´schen Zellen, die den Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) umgeben.

Mediziner sprechen bei einem Akustikusneurinom auch von einem Vestibularisschwannom. Sowohl die Risikofaktoren als auch die Ursachen des Neurinoms sind in den meisten Fällen nicht bekannt. Treten Akustikusneurinome jedoch beidseitig des Gleichgewichtsnervs auf, ist häufig eine Erbkrankheit – die Neurofibromatose Typ 2 – die Ursache.

Das Akustikusneurinom entsteht bevorzugt im inneren Gehörgang. Dort verlaufen die für den Gehör- und Gleichgewichtssinn zuständigen Fasern des Nervus vestibulocochlearis räumlich eng zusammen. Typische Symptome eines Akustikusneurinoms sind:

Verdächtig sind ungewöhnliche Verläufe eines "Hörsturzes": Hierzu zählen plötzliche, immer wiederkehrende Hörverluste auf derselben Seite oder eine auf wenige Tage beziehungsweise Wochen zeitlich begrenzte Besserung der Hörminderung.

Wächst das Akustikusneurinom weiter, kann es das Gehirn einengen, sodass der Hirndruck steigt. Dies kann zu sogenannten Hirndrucksymptomen (z.B. Erbrechen, Sehstörungen) führen und weitere Gehirnnerven bedrängen. Größere Akustikusneurinome, die Beschwerden verursachen, entfernt der Neurochirurg oder ein spezialisierter HNO-Arzt daher operativ. Wenn keine Beschwerden auftreten, ist bei einem Neurinom keine Therapie notwendig. Kleinere Akustikusneurinome, die Symptome hervorrufen, lassen sich auch mit einer Strahlentherapie behandeln.

Da es wirksame Therapien gegen ein Neurinom gibt, ist die Prognose in der Regel gut. Hat der Arzt ein Akustikusneurinom vollständig entfernt, tritt es normalerweise nicht wieder auf. Sind Reste der Geschwulst verblieben, kann sich daraus allerdings wieder ein Neurinom bilden (sog. Rezidiv).



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