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Stand: 27. Juli 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Die Krankheit AIDS entwickelt sich aus einer HIV-Infektion und wird durch das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) verursacht. Das HI-Virus besitzt als Erbsubstanz RNA (Ribonukleinsäure) – im Gegensatz zu vielen anderen Viren oder auch menschlichen Zellen, die ihre genetische Information in Form von DNA (Desoxyribonukleinsäure) speichern. Man bezeichnet HIV daher als RNA-Virus und zählt es zur Gruppe der Retroviren.
Zwei Arten von HIV sind bekannt: HIV-1, das weltweit vorkommt, und HIV-2, das hauptsächlich in West-Afrika zu finden ist.
Die beiden Virus-Typen unterscheiden sich in ihrer Erbsubstanz, der RNA. So ist die RNA von HIV-2 dem sogenannten Affen-AIDS-Virus von Grünen Meerkatzen ähnlich, HIV-1 dagegen ähnelt eher dem Virus, das Schimpansen befällt. Wahrscheinlich haben sich schon Jahrzehnte vor der rasanten Ausbreitung von AIDS in den 1980er Jahren Menschen mit diesen Affenviren infiziert.
Die Erbsubstanz von HIV ist von einer Eiweißhülle umgeben. Die Beschaffenheit dieser Hülle ermöglicht dem Virus, sich an menschliche Immunzellen wie die T-Helferzellen (auch T-Zellen genannt) anzuheften. Die befallenen T-Zellen werden letztlich durch das Virus zerstört, sodass es langfristig zu einer Schwächung des Immunsystems kommt. Dies begünstigt, dass andere Krankheiten entstehen.
Das HI-Virus wird vor allem durch Blut und Sperma übertragen. Besonders gefährdet für eine HIV-Übertragung sind daher Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder Drogenabhängige, die benutzte Spritzen tauschen (sog. Needle-Sharing).
Beim Geschlechtsverkehr kann eine HIV-Übertragung erfolgen bei
Weniger als 1 Prozent der HIV-Übertragungen ereignete sich im Jahr 2010 bei Geburten, bei denen eine HIV-positive Mutter ihr Kind infizierte. Dieser Übertragungsweg geht mit einem besonders hohen Risiko einher: Ohne vorbeugende Maßnahmen (Prophylaxe) während der Geburt beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine HIV-positive Mutter ihr Neugeborenes ansteckt, etwa 15 bis 20 Prozent.
Auch die Transplantation von Organen eines HIV-infizierten Spenders birgt die Gefahr einer Ansteckung. Das Infektionsrisiko für Menschen, die Blutkonserven oder Blutprodukte benötigen, ist dank strenger Kontrollmaßnahmen mittlerweile jedoch sehr gering.
Es ist nicht korrekt, von einer "AIDS-Übertragung" zu sprechen, da die Immunschwäche AIDS als Folge einer HIV-Infektion auftreten kann, aber nicht muss. Übertragen wird der Erreger (HIV), nicht die Krankheit (AIDS).
Doch wie wahrscheinlich ist es, sich mit HIV anzustecken? Ob eine HIV-Übertragung stattfindet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Den größten Einfluss hat die Anzahl der übertragenen Erreger: Je mehr Erreger in den Körper gelangen, desto wahrscheinlicher ist es, sich mit HIV anzustecken. Außerdem spielen bestimmte Eigenschaften des Erregers (die sog. Virulenz, also die Fähigkeit, eine Erkrankung auszulösen) und der Gesundheitszustand der Person, auf die die Viren übertragen werden, eine Rolle.
Es ist sehr schwer, exakt anzugeben, wie groß das individuelle Risiko ist, sich mit HIV zu infizieren. Hier sind lediglich statistische Aussagen möglich. Es gibt Beispiele, bei denen ein einziger Risikokontakt zu einer Infektion führt, ebenso kann es sein, dass wiederholter Kontakt zu einer HIV-infizierten Person (z.B. jahrelanger ungeschützter Sexualkontakt) folgenlos bleibt. Statistisch gesehen kommt es abhängig vom jeweiligen Übertragungsweg bei 1 bis 10 von 1.000 Risikokontakten zu einer HIV-Infektion.
Auch die Art des übertragenen Materials bestimmt, wie wahrscheinlich eine HIV-Übertragung ist. HIV-positive Menschen haben in der Regel im Blut, in der Samenflüssigkeit, in der Scheidenflüssigkeit (Vaginalsekret) und auf der Oberfläche ihrer Darmschleimhaut die höchsten Viruskonzentrationen. In anderen Körperflüssigkeiten findet sich das HI-Virus in deutlich geringeren Konzentrationen – Übertragungen durch diese sind zwar theoretisch denkbar, wurden bisher aber nicht beschrieben. HIV wird nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit HIV bis zum Ausbruch von AIDS, ist bei einer HIV-Infektion sehr unterschiedlich und kann zwischen einigen Monaten und mehr als 15 Jahren betragen. Mehrere Faktoren wie Medikamente, Lebensstil, psychische Verfassung und Begleiterkrankungen beeinflussen die Dauer dieser Phase.
Eine "AIDS-Ansteckung" in dem Sinne gibt es nicht – man infiziert sich mit HIV.
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