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Agoraphobie

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (24. Juli 2015)

© Jupiterimages/Creatas Images

Ob im Bus, an der Kasse vom Supermarkt oder im Theater: Menschen mit Agoraphobie haben Angst vor Situationen, aus denen sie im vermeintlichen Notfall nicht so einfach flüchten können. Sie befürchten, Panik zu bekommen, die Kontrolle zu verlieren oder im Ernstfall keine Hilfe zu bekommen. Wer sich frühzeitig behandeln lässt, hat jedoch gute Chancen, die Agoraphobie in den Griff zu bekommen!

Bei manchen Menschen ist die Agoraphobie so stark ausgeprägt, dass sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen, weil sie sich nur dort sicher fühlen. Situationen, die ihnen bedrohlich erscheinen, können sie nur unter großer Angst oder in Begleitung bewältigen – oder aber sie meiden diese Situationen ganz, was die Angst noch weiter verstärkt. Dieses Vermeidungsverhalten ist typisch für eine Angststörung wie der Agoraphobie.

Welche Situationen sie meiden, ist von Person zu Person unterschiedlich: Während einige Menschen mit Agoraphobie Probleme mit weiten Reisen haben, verspüren andere in Kaufhäusern Angst – und wieder andere wagen es nicht, überhaupt einen Fuß vor die Tür zu setzen. Die Betroffenen befürchten zum Beispiel, ohnmächtig zu werden, verrückt zu werden oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Während einer Angstattacke leiden Menschen mit Agoraphobie unter Symptomen wie Schweißausbrüchen, Zittern, Herzrasen oder Herzklopfen – bis hin zur Panik.

Meist macht sich eine Agoraphobie erstmals zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr bemerkbar, insbesondere bei Frauen. Den Betroffenen ist in der Regel bewusst, dass ihre Angst übertrieben ist und sie schämen sich für ihr Verhalten.

Bis die Diagnose Agoraphobie gestellt wird, vergeht oft eine lange Zeit. Unbehandelt verläuft die Erkrankung oft chronisch: Die Betroffenen vermeiden nach und nach immer mehr angstmachende Situationen und verlieren zunehmend an Lebensqualität. Umso wichtiger ist es, den ersten Schritt zu machen und sich Hilfe zu holen!

Insbesondere die Verhaltenstherapie hat sich – oft in Kombination mit Medikamenten – zur Behandlung der Agoraphobie bewährt. Dabei lernen die Betroffenen schrittweise, unrealistische Befürchtungen zu erkennen und abzubauen. Sie treten ihren Ängsten gezielt entgegen, um zu spüren, dass diese unbegründet sind.



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