Agoraphobie: Verlauf & Vorbeugen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (26. Januar 2017)

Je eher eine Agoraphobie behandelt wird, desto besser: Bleibt die Therapie aus, nimmt die Angststörung oft einen chronischen Verlauf. Die Betroffenen vermeiden zunehmend mehr Situationen und Orte. Durch die Angst vor der Angst (Erwartungsangst) ziehen sich die Betroffenen immer mehr zurück. In der Folge sind sie immer stärker eingeschränkt und verlieren an Lebensqualität. So haben sie zum Beispiel Probleme, zur Arbeit zu fahren oder Freunde zu besuchen. Wenn es nicht mehr möglich ist, zur Arbeit zu gehen, kann die Erkrankung auch zu einem sozialen Abstieg führen.

Mithilfe einer geeigneten Therapie haben Agoraphobiker gute Chancen, ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Ohne eine Therapie kann eine Agoraphobie jedoch jahrzehntelang andauern und sich immer weiter verstärken. Die Angst kann so stark werden, dass ein Agoraphobiker nicht oder nur noch in Begleitung in der Lage ist, sein Zuhause zu verlassen. So kann es passieren, dass er sich immer weiter von der Außenwelt isoliert. Erkrankungen wie Depressionen, aber auch Panikattacken können die Folge sein. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Betroffenen versuchen, ihre Angst langfristig durch Beruhigungsmittel oder Alkohol zu betäuben, was zur Abhängigkeit führen kann.

Vorbeugen

Einer Agoraphobie kann man nicht vorbeugen. Jedoch können Sie frühzeitig reagieren, wenn Sie erste Symptome bei sich oder anderen feststellen.

Wenn Sie bemerken, dass Sie Angst davor haben, sich von Ihrem Zuhause zu entfernen, weil Sie etwa fürchten, im Notfall nicht flüchten zu können, ist es beispielsweise ratsam, dass Sie sich ganz bewusst in die angstmachenden Situation begeben. So können Sie die Angst abbauen. Zögern Sie jedoch nicht, einen Arzt oder Psychologen aufzusuchen, wenn Sie merken, dass Sie die Situation nicht oder nur schwer allein bewältigen können!

Eine Ärztin macht sich Notizen, ihr gegenüber sitzt eine Patientin. © iStock

Je eher sie behandelt wird, desto eher kann man die Angst in den Griff bekommen.

Je früher Sie den Teufelskreis von Angst und Vermeidungsverhalten unterbrechen, desto eher verhindern Sie, dass die Agoraphobie chronisch wird.

Insbesondere wenn Sie schon länger unter Ängsten leiden, ist es ratsam, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Denn je länger das Problem besteht, desto mehr Überwindung kostet es Sie, sich Ihren Ängsten zu stellen. Machen Sie den ersten Schritt!


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