Agoraphobie: Definition

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (26. Januar 2017)

Die Agoraphobie ist eine Angststörung. Wie auch bei anderen Phobien (z.B. Dentalphobie, Flugangst) leiden Personen mit Agoraphobie an unangemessenen Ängsten, die in bestimmten, objektiv ungefährlichen Situationen auftreten.

Menschen mit einer Agoraphobie haben Angst vor Situationen oder Orten, in / an denen sie vermeintlich keine Fluchtmöglichkeit haben oder bei denen sie befürchten, im Notfall keine Hilfe zu bekommen.

Solche Situationen können beispielsweise der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen, in Menschenmengen oder öffentlichen Verkehrsmitteln sein – aber auch alle anderen Orte außerhalb der eigenen Wohnung können Angst machen. Die Betroffenen fürchten, in der Situation Panik zu bekommen, sich zu blamieren oder auf andere Weise die Kontrolle zu verlieren. So haben manche etwa Angst, dass ihnen schwindelig werden könnte und dass sie der Situation dann nicht entkommen können oder dass ihnen dann niemand helfen kann. Weitere Befürchtungen können sein, einen Herzanfall zu erleiden oder Durchfall zu bekommen.

Manche Menschen mit Agoraphobie verlassen ihre Wohnung nur selten oder auch gar nicht. © iStock

Manche Menschen mit Agoraphobie verlassen ihre Wohnung nur selten oder auch gar nicht.

Agoraphobie und Platzangst sind nicht dasselbe

Die Agoraphobie wird auch als Platzangst bezeichnet. Das Wort agora kommt aus dem Griechischen und bedeutet Marktplatz. Viele Menschen verstehen unter Platzangst die Angst in geschlossenen, engen Räumen wie zum Beispiel im Fahrstuhl. Diese spezielle Form der Phobie wird jedoch als Klaustrophobie bezeichnet, während mit Platzangst die Angst vor weiten Plätzen gemeint ist.

Platzangst ist jedoch nicht dasselbe wie eine Agoraphobie: Agoraphobiker haben nicht nur Angst vor weiten Plätzen, sondern können auch andere Situationen und Orte außerhalb ihrer gewohnten Umgebung fürchten.

Eine Agoraphobie tritt häufig gemeinsam mit einer Panikstörung auf. Der Agoraphobiker leidet dann zusätzlich unter plötzlich auftretenden Panikattacken, welche mit Symptomen wie Übelkeit, Herzrasen, Ohnmachtsgefühlen und Todesangst verbunden sein können.

Häufigkeit

Eine Agoraphobie entwickelt sich meist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Frauen erhalten die Diagnose Agoraphobie häufiger als Männer.

Schätzungen zufolge leiden etwa fünf von hundert Personen der deutschen Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben an einer Agoraphobie.


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