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Stand: 17. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Für affektive Störungen kommen als Ursachen auch biologische Faktoren infrage. Bei Menschen mit affektiven Störungen sind Veränderungen bestimmter chemischer Botenstoffe im Gehirn (sog. Neurotransmitter) feststellbar, die an der Weiterleitung von Nervenreizen beteiligt sind:
Inzwischen geht man davon aus, dass nicht einzelne Veränderungen bei den Botenstoffen die Ursachen für affektive Störungen sind, sondern ein gestörtes Gleichgewicht zwischen den Botenstoffen. Außerdem ist bei Depressiven die Empfindlichkeit und Dichte der reizaufnehmenden Zellen (Rezeptoren), auf die die Botenstoffe einwirken, verändert.
Ein weiterer Hinweis auf biologische Faktoren als Ursachen für affektive Störungen ergibt sich daraus, dass die Aktivierung verschiedener Hirngebiete bei manchen Betroffenen Besonderheiten aufweist: Während bei Depressiven die Hirnstrukturen, die mit der Entwicklung von Zielen im Zusammenhang stehen, weniger aktiv sind, sind Gebiete, die an der Entstehung negativer Gefühle beteiligt sind, übermäßig erregt.
Außerdem scheint ein gestörter Hormonhaushalt im Zusammenhang mit affektiven Störungen zu stehen. So ist beispielsweise bei manchen Menschen, die depressiv sind, ein Überschuss des Hormons Kortisol nachweisbar. Möglicherweise steht dies in Verbindung mit dem gestörten Botenstoffhaushalt. Beispielsweise kann eine hohe Kortisolkonzentration die Dichte der Serotoninrezeptoren verringern. Eine depressive Störung kann ihre Ursachen auch im plötzlichen Abfall der Hormone Östrogen und Progesteron nach einer Geburt haben (sog. Wochenbettdepression).
Des Weiteren können körperliche Erkrankungen und Medikamente Ursachen, Begleitfaktoren oder Auslöser für affektive Störungen sein: Beispiele hierfür sind Parkinson oder eine Behandlung mit Kortison.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass ein Virus an der Entstehung affektiver Störungen beteiligt ist: Bei Menschen mit Depressionen oder bipolaren affektiven Störungen gelang es, im Blut ein sogenanntes Bornavirus zu identifizieren, das nur während der Krankheitsschübe aktiv ist. Dieses Virus scheint bei Menschen, die anfällig für affektive Störungen sind, Krankheitsschübe auszulösen beziehungsweise bestehende Symptome zu verstärken.
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