Affektive Störungen: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Affektive Störungen sind Stimmungsstörungen, die sich durch Zustände gedrückter und gehobener Gefühlslage – also Depressionen und Manien – bemerkbar machen.

Je nachdem, ob affektive Störungen nur mit einer Depression oder einer Manie oder mit beiden Gefühlslagen einhergehen, unterteilen Ärzte sie in unipolare und bipolare affektive Störungen:

  • Ist die affektive Störung nur durch eine manische oder depressive Gefühlslage gekennzeichnet, liegt eine sogenannte unipolare Störung vor.
  • Wechseln sich manische und depressive Phasen ab, besteht eine bipolare affektive Störung (früher: manisch-depressive Erkrankung).

Eine affektive Episode kann rein manisch oder rein depressiv verlaufen, die Symptome können aber auch gemischt oder abwechselnd auftreten. Es kann bei einzelnen oder wenigen Episoden bleiben, die Stimmungsstörungen können aber auch häufig auftreten oder praktisch dauerhaft bestehen (z.B. bei der Dysthymie).

Depression

Affektive Störungen gehen meist mit Depressionen einher – ein Gefühlszustand, der unter anderem durch eine gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit und Selbstzweifel gekennzeichnet ist. Die Depression ist die bekannteste Form der affektiven Störung.

Je nachdem, wie häufig und stark die Symptome einer Depression auftreten, unterteilen Mediziner eine depressive Episode in drei Schweregrade:

  • leichte Depression
  • mittelgradige Depression
  • schwere Depression

Wenn im Rahmen einer affektiven Störung mehrere depressive Episoden auftreten, liegt eine sogenannte rezidivierende (= wiederkehrende) depressive Störung vor.

Dysthymie

Die Dysthymie ist eine chronische depressive Verstimmung leichten Grades. Diese affektive Störung beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und ist durch lange Phasen (mindestens zwei Jahre) mit dauerhaft gedrückter Stimmung gekennzeichnet.

Manie

Affektive Störungen äußern sich selten nur durch eine bloße Manie – meist wechseln sich manische und depressive Phasen ab. Nur in etwa 5 von 100 Fällen zeigt sich eine affektive Störung als unipolare Manie. Die Manie ist ein Zustand intensiver, aber unbegründet gehobener Stimmung. Diese zeigt sich in

  • übersteigerter Aktivität,
  • Rededrang,
  • sprunghaftem Denken,
  • Ablenkbarkeit,
  • Selbstüberschätzung und
  • unrealistischen Plänen.

Eine manische Episode beurteilt man nach Intensität und Dauer der Symptome und vor allem danach, wie stark die Betroffenen durch die affektive Störung sozial beeinträchtigt sind. In manchen Fällen können auch psychotische Symptome autreten, so etwa in Form von Größenwahn.

Hypomanie

Die Hypomanie ist eine leicht ausgeprägte Manie (griech. hypo = unter). Die Betroffenen fühlen sich durch diese affektive Störung meist kaum beeinträchtigt. Außenstehenden fallen aber deutlich Symptome wie Sprunghaftigkeit und Selbstüberschätzung auf.

Zyklothymia

Die Zyklothymia ist eine mindestens zwei Jahre lang anhaltende, leichte bipolare affektive Störung. Sie beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und verläuft chronisch. Die Stimmung ist fast ständig instabil – kennzeichnend sind wechselnde Perioden leichter Depression und leicht gehobener Gefühlslage (hypomane Phasen) beziehungsweise manischen Gefühlszuständen. Die Stimmungsschwankungen stehen bei der Zyklothymia meist nicht im Zusammenhang mit Lebensereignissen.


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