Adrenogenitales Syndrom (AGS): Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. März 2016)

Ein adrenogenitales Syndrom (AGS) lässt sich durch Medikamente gut in den Griff bekommen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Therapie individuell so eingestellt ist, dass die Betroffenen jederzeit genau die Dosis erhalten, die sie benötigen – nicht mehr und nicht weniger.

In erster Linie macht ein adrenogenitales Syndrom eine sogenannte Hormonersatztherapie notwendig: Die Therapie besteht darin, das fehlende Hormon Kortisol lebenslang einzunehmen – in der Regel in Form von Tabletten. Nur unter bestimmten Umständen (z.B. bei Erbrechen) kann es beim AGS sinnvoll sein, das Mittel zu spritzen.

Da Kortisol ein Stresshormon ist, benötigt der Körper es in Belastungssituationen verstärkt. Deshalb ist es für Menschen mit adrenogenitalem Syndrom in Stresssituationen (z.B. bei Infekten mit Fieber, Operationen oder einer besonders starken körperlichen Anstrengung) wichtig, die Medikamentendosis zu erhöhen.

Geht ein adrenogenitales Syndrom mit Salzverlust einher, gilt es, außer Kortisol auch noch das fehlende Hormon Aldosteron zu ersetzen. Dies geschieht ebenfalls in Form von Tabletten.

Gegen die für ein adrenogenitales Syndrom bei Frauen typische Vermännlichung (Virilisierung) kann zudem eine Therapie mit einem Antiandrogen (wie Cyproteron) helfen. Sind die äußeren Geschlechtsorgane bei Mädchen vermännlicht (d.h. Klitorisvergrößerung und verkleinerter Scheideneingang), können erfahrene Spezialisten diese operativ korrigieren. In der Regel findet eine solche Operation im ersten Lebensjahr statt.

Wenn ein adrenogenitales Syndrom mehrere solcher Operationen nötig macht, kann für die betroffenen Kinder und Jugendlichen begleitend eine Psychotherapie sinnvoll sein – vor allem dann, wenn sich die Behandlung des AGS bis in die Pubertät oder sogar darüber hinaus erstreckt.


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