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Adrenogenitales Syndrom (AGS)

Hormone der Nebennierenrinde

Stand: 15. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Kortisol ist ein Glukokortikoid. Es wird auch als Stresshormon bezeichnet. Kortisol hat wichtige Funktionen im Energiehaushalt und wirkt im Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Es kann Zucker aus Eiweißen herstellen. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel auch im Hungerzustand weitgehend konstant. Darüber hinaus wirkt es entzündungshemmend, es unterdrückt Abwehrreaktionen des Körpers und reguliert den Wasserhaushalt (ähnlich wie Aldosteron).

Aldosteron ist ein sogenanntes Mineralokortikoid. Es reguliert den Salz- und Wasserhaushalt und verhindert, dass zu viel Salz über die Nieren ausgeschieden wird. Geht viel Salz über die Nieren verloren, bedeutet dies auch einen Wasserverlust, da das Salz Wasser bindet. Durch diesen Zusammenhang von Salz- und Wasserhaushalt reguliert Aldosteron wesentlich den Blutdruck. Wenn der Körper zu wenig Aldosteron produziert, verliert er Salz und Wasser, der Blutdruck fällt und es kommt zu einem sogenannten "Salzverlustsyndrom". Dieses macht sich zum Beispiel durch einen niedrigen Blutdruck (Hypotonie), einen zu hohen Kaliumspiegel im Blut und nächtliche Wadenkrämpfe bemerkbar.

Androgene sind männliche Hormone, die einen verstärkten Haarwuchs, Muskelzuwachs und eine tiefe Stimme bewirken. Bei Frauen bewirken sie eine allgemeine Vermännlichung.

Formen

Das adrenogenitale Syndrom wird nach dem Verlauf in zwei Formen unterteilt, die klassische und die nicht-klassische Form. Beim klassischen adrenogitalen Syndrom (AGS) treten die Symptome schon im Neugeborenenalter auf. Zum klassischen AGS zählen das "einfache" AGS, bei dem nur die Kortisolproduktion gestört ist, sowie das "AGS mit Salzverlust", bei dem neben der Kortisol- auch die Aldosteronproduktion betroffen ist. Das nicht-klassische AGS tritt meist erst in der Pubertät oder im Erwachsenenalter in Erscheinung und hat eine wesentlich mildere Verlaufsform. Zum nicht-klassischen AGS zählen die "late-onset-Form" (die Symptome treten erst spät auf) und die "kryptische Form" (ohne wesentliche Symptome).

Weiterlesen: Adrenogenitales Syndrom (AGS): Definition – Häufigkeit

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