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Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit), Übergewicht

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (31. August 2012)

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht sind in den westlichen Industrieländern besonders verbreitet, wobei Deutschland EU-weit an erster Stelle steht: Mehr als die Hälfte der Deutschen sind übergewichtig und über 20 Prozent gelten als adipös.

Damit hat allein in Deutschland nur noch etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung ein gesundheitlich wünschenswertes Körpergewicht. Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass Übergewicht und Adipositas auch bei Kindern und Jugendlichen vermehrt auftreten. Ob jemand Adipositas oder Übergewicht hat, kann man mithilfe des sogenannten Body-Mass-Index (BMI) berechnen: Adipositas bezeichnet per Definition eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung von Körperfett bei einem BMI von über 30. Eine solche Fettsucht gilt als chronische Erkrankung. Übergewicht ist die Vorstufe von Fettleibigkeit.

Adipositas und starkes Übergewicht schränken die Lebensqualität erheblich ein und können zu schweren gesundheitlichen Schäden führen: Zu den möglichen Folgen von Fettleibigkeit zählen unter anderem Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte im Blut) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Treten diese Faktoren zusammen auf, besteht ein sogenanntes metabolisches Syndrom.

40-Jährige mit Übergewicht oder Adipositas haben eine um 3 bis 6 Jahre geringere Lebenserwartung; eine schwere Adipositas kostet sogar bis zu 20 Lebensjahre. Wer übergewichtig oder fettleibig ist, kann jedoch durch Senkung des Körpergewichts das Risiko für die häufig mit Fettleibigkeit einhergehenden Erkrankungen und Komplikationen erheblich verringern: Wenn es gelänge, in einem der von Adipositas und Übergewicht besonders betroffenen Industrieländern alle Erwachsenen auf ihr Normalgewicht zu bringen, würde die mittlere Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung deutlich steigen. Neben Rauchen und Alkohol ist Adipositas der häufigste Grund für Erkrankungen und Todesfälle, die durch konsequentes Ausschalten des Risikofaktors vermeidbar wären.

Gegen Adipositas oder Übergewicht ist – unabhängig vom Alter der Betroffenen – eine Therapie ratsam, die aus mehreren Teilen besteht: aus Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie. Nur in besonderen Fällen können zusätzlich Medikamente oder eine Operation (sog. Adipositas-Chirurgie) gegen die Fettleibigkeit zum Einsatz kommen. Um Fettleibigkeit oder Übergewicht bei Kindern langfristig erfolgreich bekämpfen zu können, ist es außerdem wichtig, dass die Eltern (bzw. Familie oder Betreuer) in gleichem Maß in die Behandlung einbezogen sind (sog. familienbasierte Therapie).






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