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ADHS

Medikamentöse Behandlung

Stand: 16. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Ein wichtiger Bestandteil der multimodalen Therapie bei ADHS sind Medikamente, die der Arzt in ausgeprägten Fällen verschreibt. Sie hemmen die Hyperaktivität des betroffenen Kindes soweit, dass es aufmerksamer ist, und auch die Motivation, Leistung zu erbringen, steigt. Außerdem fällt es den Kindern und Jugendlichen damit leichter, sich selber zu kontrollieren. Ziel der medikamentösen Therapie von ADHS ist es, die soziale Ausgrenzung zu vermeiden und übrige Therapien (z.B. Logopädie, Ergotherapie) zu ermöglichen.

Die in vielen Fällen eingesetzten Psychostimulanzien Methylphenidat und DL-Amphetamin wirken im Bereich der Synapsen, das heißt der Nervenenden, an denen die Signale übertragen werden. Die Substanzen verlängern dort die Wirkdauer der Nerven-Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin und stellen dadurch das bei ADHS gestörte Gleichgewicht wieder her. Auf die Therapie mit diesen Psychostimulanzien sprechen etwa 85 Prozent der ADHS-Betroffenen an.

Alternativ zu dieser Wirkstoffgruppe können Ärzte sogenannte selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRA) wie Atomoxetin zur Behandlung von ADHS verschreiben. Diese Substanzen nehmen direkten Einfluss auf den Neurotransmitter Noradrenalin: Sie hemmen die Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Zellen, sodass die Konzentration des Botenstoffs zwischen den Nervenenden (im sog. Synaptischen Spalt) steigt.

Mögliche Nebenwirkungen der Stimulanzien sind beispielsweise fehlender Appetit, Schlafstörungen, Weinerlichkeit, Kopf- oder Bauchschmerzen. Bei Methylphenidat setzt die Wirkung früher ein als bei Amphetamin, je nach Verabreichungsform (sog. Retardkapseln geben den Wirkstoff nach und nach ab) ist es auch länger wirksam.

Weiterlesen: ADHS: Therapie – Verhaltenstherapie

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