Achillodynie, Achillessehnenentzündung: Definition

Veröffentlicht von: Till von Bracht (24. November 2015)

Eine Achillessehnenentzündung lässt sich von der Achillodynie anhand der medizinischen Definitionen unterscheiden: Ist die Achillessehne selbst entzündet, handelt es sich um eine Achillessehnenentzündung. Bei der Achillodynie handelt es sich um einen Sammelbegriff, der verschiedene schmerzhafte Veränderungen in und an der Achillessehne zusammenfasst. 

Sportwissenschaftler unterscheiden zwischen

  • einer Achillessehnenentzündung (Tendinitis der Achillessehne),
  • degenerativen und strukturellen Veränderungen (Tendinose oder Tendopathie)
  • bis hin zu kleinen Rissen in der Achillessehne (Partialruptur).

Aus den unterschiedlichen Krankheitsbildern ergeben sich unterschiedliche Therapiemaßnahmen.

Tendinitis

Tendinitis (lat. tendos = Sehne, griech. -itis = Entzündung) lautet der medizinische Fachbegriff für eine Entzündung der Sehne selbst. Eine Tendinitis der Achillessehne zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sich in der Achillessehne Entzündungszellen und -mediatoren (= Stoffe, die eine Entzündung einleiten und fördern) nachweisen lassen.

Eine Tenidinitis der Achillessehne – also eine Achillessehnenentzündung – lässt sich in der Regel mit Medikamenten gut behandeln. Nach rund vier bis sechs Wochen können Betroffene dann meist wieder schmerzfrei Sport treiben.

Neben der Achillessehne selbst kann auch nur das Gleitgewebe, das die Sehne umgibt, von einer Entzündung betroffen sein. Eine Entzündung des Sehnengleitgewebes heißt fachsprachlich Peritendinitis – die Achillessehne selbst ist dabei nicht entzündet. Genau genommen sollte man diese Verletzung daher von einer echten Achillessehnenentzündung abgrenzen.

Tendinose

Die Tendinose ist ein übergeordneter Begriff für verschiedene degenerative Veränderungen der Sehne – meist infolge einer dauerhaften Überlastung. Im Unterschied zu einer Tendinitis lassen sich bei einer Tendinose keine Entzündungszeichen nachweisen.

Eine Tendinose beginnt meist damit, dass zunächst kleinste Verletzungen (sog. Mikrotraumata) auftreten. Können diese Mikroverletzungen an der Achillessehne nicht ausreichend ausheilen, entstehen nachfolgend größere Schäden. Darüber hinaus können in das betroffene Gewebe neue Blutgefäße und Nervenendigungen einwachsen, die wesentlich für die Schmerzen in der Achillessehne verantwortlich sind.

Eine Tendinose der Achillessehne gehört zur Gruppe der Achillodynien. 

Bei einer Tendinose bestehen in der Regel keine Dauer- oder Ruheschmerzen – die Beschwerden treten meist nur unter Belastung auf. Im Alltag verursacht eine Tendinose somit keine oder nur geringe Schmerzen.

Im Krankheitsverlauf der Tendinose wird das Typ-1-Kollagen, das bei einer gesunden Achillessehne etwa 95 Prozent des Kollagens ausmacht, durch das wesentlich schwächere Typ-3-Kollagen ersetzt. Dadurch nehmen die Belastbarkeit und die Elastizität der Achillessehne ab, was wiederum dazu führt, dass das Risiko eines Achillessehnenrisses steigt.

Eine Tendinose der Achillessehne tritt wesentlich häufiger auf als eine Achillessehnenentzündung!

Achillodynie

Die Achillodynie ist ein Sammelbegriff für verschiedene degenerative Erkrankungen der Achillessehne – die Ursachen für die Schmerzen sind vielfältig. Je nachdem, welche Verletzung genau vorliegt, lassen sich folgende Formen der Achillodynie unterscheiden:

  • Peritendinitis: Dabei handelt es sich ausschließlich um eine Entzündung des Sehnengleitgewebes, die Achillessehne selbst ist gesund.
  • Tendinose der Achillessehne: Bei dieser Form der Achillodynie hat sich die Struktur der Achillessehne infolge degenerativer Prozesse verändert.
  • Peritendinitis mit Tendinose der Achillessehne: Das Sehnengleitgewebe ist entzündet. Zusätzlich lassen sich degenerative Veränderungen der Achillessehne feststellen.

Eine Achillodynie und eine Achillessehnenentzündung bezeichnen nicht das Gleiche!


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst