Achillessehnen­riss (Achillessehnenruptur): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Mai 2016)

Ein Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) ist ein durch plötzliche Belastung oder Schädigung bedingter Riss (Ruptur) der Achillessehne. Sehnen sind bandartige Strukturen im menschlichen Körper, welche die Muskeln mit den Knochen verbinden und somit bei der aktiven Bewegung der Gelenke helfen. Die Achillessehne zum Beispiel ist für das Gehen und Laufen unverzichtbar.

Ein Achillessehnenriss entsteht meist rund zwei bis sechs Zentimeter oberhalb des Sehnenansatzes am Fersenbein.

Bei einem Achillessehnenriss ist die Achillessehne meist vollständig gerissen; ein unvollständiger Anriss der Achillessehne (Teilriss: die sog. partielle Achillessehnenruptur) ist selten.

Die Achillessehne

Ein Achillessehnenriss entsteht meist, wenn das Gewebe der Achillessehne (Tendo calcaneus) bereits vorgeschädigt ist. Die Achillessehne, die den kräftigen dreiköpfigen Wadenmuskel (Musculus triceps surae) mit der Hinterkante des Fersenbeins verbindet, ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers. Sie ist zehn bis zwölf Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von einem halben bis einem Zentimeter. Durch die Haut ist die Sehne an der Rückseite des Unterschenkels knapp oberhalb der Ferse gut zu ertasten.

Die Anatomie des menschlichen Beins © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Anatomie der Muskeln am Fuß / Bein

Die Achillessehne ermöglicht das Absenken des Fußes im Sprunggelenk gegen großen Widerstand und spielt deshalb beim Gehen und Laufen eine wesentliche Rolle. Besonders bei sportlichen Aktivitäten (Springen, Richtungswechsel, Radfahren, Rennen) ist die Achillessehne Belastungen ausgesetzt, die das Vielfache des Körpergewichts betragen können. Daher sind viele Sportler (z.B. Leichtathleten) vom Achillessehnenriss betroffen.

Oft passiert der Achillessehnenriss an der schmalsten Stelle der Achillessehne, die im Übergangsbereich zwischen Muskel und Sehne etwa zwei bis sechs Zentimeter oberhalb des Ansatzes am Fersenbein liegt. Gelegentlich kommt es auch zu einer Achillessehnenruptur im Bereich der Ansatzstelle der Sehne.

Häufigkeit

Männer ziehen sich bis zu zehnmal häufiger einen Riss der Achillessehne zu als Frauen. Die Verletzung tritt am häufigsten in der Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen auf. Die gerissene Achillessehne entsteht vor allem bei Ballsportarten.

Historisches

Die Bezeichnung der Achillessehne geht auf die griechische Mythologie zurück: Achilles (oder auch Achill) war der Sohn des Königs Peleus und seiner Frau Thetis. Seine Mutter machte ihn unverwundbar, jedoch mit Ausnahme seiner Ferse. Vor Troja tötete Achilles im Zweikampf den Trojaner Hektor, später aber traf dessen Bruder Paris mit einem vom Gott Apoll gelenkten Pfeil Achilles tödlich an der Ferse.

Aus dieser griechischen Sage stammt die Überlieferung, dass die Achillesferse die Schwachstelle des Menschen darstellt. Daher verwendet man den Begriff Achillesferse im übertragenden Sinne, um den schwächsten Teil eines Ganzen darzustellen.


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