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Achalasie: Wenn Essen scheinbar im Hals stecken bleibt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. April 2016)

© iStock

Die Achalasie ist eine seltene Funktionsstörung der Speiseröhre (Ösophagus), die dazu führt, dass der untere Speiseröhrenmuskel beim Schlucken nicht erschlafft. Die Folge: Das Schlucken bereitet zunehmend Probleme, sodass das Essen scheinbar im Hals stecken bleibt.

Wenn sich die Funktionsstörung als sogenannte primäre Achalasie wie von selbst – also nicht durch eine andere Erkrankung – entwickelt, sind die Nervenzellen ausgefallen, die normalerweise die exakten Bewegungen der Speiseröhre während des Schluckens steuern. Die genauen Ursachen hierfür sind noch unbekannt.

Entsprechend bezeichnen Mediziner die primäre Achalasie auch als idiopathisch (d.h. ohne erkennbare Ursache). Es spricht jedoch einiges dafür, dass erblich bedingte Autoimmunvorgänge dahinterstecken.

Selten entsteht die Funktionsstörung der Speiseröhre auch als Folge einer anderen Erkrankung (sog. sekundäre Achalasie oder Pseudoachalasie): So können zum Beispiel ein Speiseröhrenkrebs oder Magenkrebs sowie die Tropenkrankheit namens Chagas-Krankheit für die Schluckbeschwerden verantwortlich sein.

Meistens tritt die Achalasie im mittleren Lebensalter auf. Ihre typischen Symptome sind:

  • Schluckstörungen (Dysphagie)
  • Aufstoßen von unverdauten Nahrungsresten (Regurgitation)
  • Schmerzen im Brustbereich hinter dem Brustbein

Zunächst sind die Beschwerden mild ausgeprägt und treten nur gelegentlich auf. Erst später macht sich die Achalasie stärker bemerkbar: Dann ist der Essvorgang zunehmend gestört, sodass es zu einem allmählichen Gewichtsverlust kommen kann. Teils stehen auch Lungenentzündungen im Vordergrund, die dadurch entstehen können, dass aufgestoßene Nahrungsreste in die Atemwege gelangen.

Um die mit einer Achalasie verbundenen Symptome abzuklären, ist eine Spiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre sinnvoll. Zur Diagnose sind außerdem eine Druckmessung in der Speiseröhre (sog. Manometrie) und eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel wichtig.

Zur Therapie der Achalasie kommen verschiedene Methoden infrage. Alle verfolgen dasselbe Ziel: den Druck im unteren Speiseröhrenschließmuskel verringern und so dafür sorgen, dass die Nahrung schnell und vollständig von der Speiseröhre in den Magen gelangen kann. Dies lindert die Symptome.

Um eine leichte Achalasie zu behandeln, genügen anfangs Medikamente. Eine Erweiterung (bzw. Dilatation) des unteren Speiseröhrenmuskels zeigt aber in der Regel bessere Behandlungsergebnisse. Auch eine Operation kann langfristig Abhilfe schaffen. Heilbar ist die Achalasie jedoch nicht.



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