Achalasie: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. April 2016)

Die Achalasie ist eine Motilitätsstörung der Speiseröhre (Ösophagus) – das heißt, das Bewegungsvermögen (Motilität) der Speiseröhre ist beeinträchtigt. Diese Funktionsstörung ist wie folgt gekennzeichnet:

  • Der untere Schließmuskel (Sphinkter) der Speiseröhre (sog. unterer Ösophagussphinkter) befindet sich in einem erhöhten Spannungszustand, sodass er beim Schlucken – anders als bei gesunden Menschen – nicht erschlafft.
  • Gleichzeitig sind die Bewegungen der mittleren und unteren Speiseröhre, die den Speisebrei weiterbefördern (sog. Peristaltik), oft vermindert.

Die Speiseröhre ist ein Muskelschlauch, der innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Innerhalb der Muskelschicht befinden sich miteinander vernetzte Nervenzellen (der sog. Auerbach-Plexus). Sie steuern die exakten Bewegungen der Speiseröhre während des Schluckens. Diese Bewegungen befördern den Speisebrei vollständig vom Mund in den Magen. Das dort herrschende saure Milieu desinfiziert die Nahrung, starke Bewegungen durchmischen sie mit Enzymen und zerkleinern sie weiter.

Der untere Ösophagussphinkter zwischen Magen und Speiseröhre verhindert wie ein Ventil, dass dabei Speisebrei und aggressive Salzsäure in die Speiseröhre zurückfließen: Er sorgt mit Muskelanspannung und -entspannung dafür, dass beim Schlucken die Speise in den Magen gelangt, aber kein Mageninhalt zurückfließen kann.

Bei der Achalasie kann der untere Ösophagussphinkter nicht erschlaffen, weil der Auerbach-Plexus ausgefallen ist.

Demnach ist der Mageneingang bei einer Achalasie so stark verschlossen, dass die Nahrung nicht vollständig in den Magen gelangen kann – der Bissen bleibt buchstäblich im Hals stecken. In der Speiseröhre entsteht dadurch ein erhöhter Druck, was dazu führt, dass sich die Speiseröhre aufweitet.

Häufigkeit

Die Achalasie ist selten: Jährlich tritt sie bei etwas mehr als 1 von 100.000 Einwohnern neu auf. Grundsätzlich kann dies in jedem Lebensalter geschehen – am häufigsten entwickelt sich die Funktionsstörung der Speiseröhre jedoch zwischen dem 25. und 60. Lebensjahr.


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