Sprachentwicklung: Zweisprachigkeit

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. September 2015)

Zärtliche Koseworte, Kinderlieder und Reime, die spontan-spielerische Erstkommunikation mit Säuglingen – all dies wirkt in der eigenen Muttersprache emotional besonders echt. Doch was tun, wenn die Eltern unterschiedliche Muttersprachen haben oder das Kind in einem Land aufwächst, das nicht das Geburtsland der Eltern ist?

Zweisprachig erzogene Kinder haben nicht mehr Probleme beim Spracherwerb als Kinder, die einsprachig aufwachsen. Offenbar hat das menschliche Gehirn genügend Platz für mehr als eine Muttersprache, und zwar von Geburt an.

Demnach kann die sogenannte Erstsprache auch aus zwei Sprachen bestehen. Kinder, die mit dieser "muttersprachlichen Zweisprachigkeit" groß werden, haben meist keine Probleme, beide Sprachen auseinanderzuhalten. Vorausgesetzt, das Prinzip "eine Person – eine Sprache" wird eingehalten: Mutter und Vater sollten jeweils nur in ihrer eigenen Muttersprache mit dem Kind sprechen.

In den ersten Lebensjahren können sich beide Sprachen gelegentlich überlagern. Auch wenn Ihr Kind Sie in der anderen Sprache anspricht, sollten Sie immer in Ihrer eigenen Muttersprache antworten. So lernt es mit der Zeit, die Sprachen zu trennen.

Einige Kinder, die zweisprachig aufwachsen, zeigen auch einen verzögerten Spracherwerb. Sie werden dann als Late Talker bezeichnet. Bis zum dritten Geburtstag ist dieser "Rückstand" jedoch in der Regel aufgeholt und es besteht keine Sprachentwicklungsstörung.


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