Sprachentwicklung: Sprachverständnis

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. September 2015)

Das Sprachverständnis von Kindern wächst in den ersten Lebensmonaten insbesondere durch Beobachten und Begreifen. Babys beobachten Ihre Bezugspersonen ganz genau – wenn die Eltern ihre Handlungen außerdem kommentieren, trägt das wesentlich zum Sprachverständnis bei.

Aber auch der eigene Umgang mit Dingen fördert das Sprachverständnis: Säuglinge befühlen Gegenstände nicht nur mit den Fingern, sondern stecken eine Zeit lang alles, was sie finden können, in den Mund. Weniger, weil sie etwas zum Kauen brauchen, weil sie beispielsweise zahnen, sondern vielmehr, um die Oberfläche und Beschaffenheit von Gegenständen mit allen Sinnen zu erkunden.

Wie Dinge aussehen, sich anfühlen und nicht zuletzt riechen, bildet eine wesentliche Grundlage dafür, dass Babys Dinge verstehen – was wiederum dem Spracherwerb zugutekommt.

Dennoch dauert es eine Weile, bis Kleinkinder die Welt um sich herum begreifen. Kinder unter vier Jahren sind zum Beispiel meist kaum in der Lage, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Vor allem bewegte Bilder im Fernsehen oder auf DVD erscheinen ihnen oft als äußerst real. In abgeschwächter Form gilt das auch für Hörspiele.

Tipp

  • Wenn Ihr Kind beim Vorlesen einer Geschichte unkonzentriert wird, kann das ein Hinweis dafür sein, dass es der Geschichte nicht folgen kann.
  • Nicht jedes Kind reagiert gleich auf Geschichten. Was dem Nachbarskind gefällt oder was es sich ohne Probleme anhören kann, spricht Ihr Kind möglicherweise überhaupt nicht an oder ängstigt es sogar zutiefst. Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes.
  • Es ist ratsam, jedes neue Hörspiel und auch neue Filme entweder zuerst ohne das Kind oder zumindest gemeinsam mit ihm zu erleben. Nicht selten äußern kleine Kinder recht eindeutig den Wunsch, die Vorführung abzubrechen, wenn sie ihnen zu viel Angst macht.

Kinder unter vier Jahren bevorzugen meist Bildergeschichten oder Geschichten mit wenig Text. Beim Vorlesen empfiehlt es sich, möglichst lange bei jedem Bild zu verweilen, vom Kind alles bezeichnen zu lassen und alle Fragen zu beantworten. Das erhöht die Sprachkompetenz Ihres Kindes.

Im zweiten Lebensjahr ist das Sprachverständnis des Kindes so weit fortgeschritten, dass es einfache Aufträge verstehen und ausführen kann ("Gib mir den Baustein").


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