Sprachentwicklung: Spracherwerb

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. September 2015)

Schon im Mutterleib lernen Säuglinge den Klang der Muttersprache kennen, was sich bereits in der Tonlage des Schreiens widerspiegelt. Bis zur korrekten Sprache ist es von dort aber noch ein langer Weg. Nicht zuletzt müssen Babys im ersten Lebensjahr die Muskeln trainieren, die nötig sind, um verständliche Worte zu formulieren.

Das tun Säuglinge in der sogenannten präverbalen Phase, während der sie Laute zu imitieren versuchen (Vorsilbenalter). Vokale sind dabei besonders beliebt. Etwa mit einem halben Jahr beginnen Babys, erste Silben zu bilden (Silbenalter) – häufig in Form von immer wieder gelalltem "lalala" oder "dadada".

Zum Ende des ersten Lebensjahres beginnen einige Kinder schon, erste einfache Wörter zu bilden ("Mama", "Papa", "Auto", …).

Im zweiten Lebensjahr beginnen Kinder, Zwei-Wort-Sätze zu bilden ("Papa da", Mama essen").

Tierstimmen und Laute

Zwar besteht der aktive Wortschatz der meisten Kinder mit etwa zwei Jahren aus nur etwa zehn Worten. Doch nicht nur der passive Wortschatz ist weitaus größer, sodass die Kinder sehr viel mehr verstehen, als sie in Worte fassen können. Darüber hinaus beherrschen sie oft schon eine Reihe von Lautmalereien, die sie vorgesagten Dingen oder Lebewesen ohne Schwierigkeiten zuordnen können.

Auf die Frage "Welches Tier mach wauwau?" werden viele Zweijährige womöglich die Antwort schuldig bleiben. Dagegen werden sie die Frage "Wie macht der Hund?" oft schon mit "wauwau" beantworten. Die Katze macht "miau", Frosch und Ente machen "quak", der Elefant macht "törö", der Esel "i-ah", das Auto "brumm" und die Kuh macht "muh". Wenn Sie auf das Bild eines Hundes, einer Katze und so weiter in einem Bilderbuch zeigen, wird Ihr Kind in diesem Alter vermutlich auch das richtige Geräusch dazu machen. Es kann also ein Bild mit dem richtigen Begriff (den Sie nennen) und dem richtigen Geräusch (dass es selber machen kann) verbinden.

Tipp

Kindern macht dieses einfache Frage-Antwort-Spiel oft einen Riesenspaß. Mehrmals am Tag, jeden Tag, wochenlang. Es scheint ihnen nie langweilig zu werden, denn Geräusche zu imitieren fällt ihnen deutlich leichter, als konkrete Dinge beim Namen zu nennen. Das Spiel macht es ihnen möglich, auf spielerische Art mit den Großen verbal zu kommunizieren, wozu sie ansonsten nur sehr eingeschränkt in der Lage sind. Das macht sie stolz und fördert nicht zuletzt die Sprachmotorik.

Probieren Sie einmal eine Variation des Spiels aus: Fragen Sie "Wie macht der Hund?" und antworten Sie dann selber "miau" – Sie werden erstaunt sein, wie schnell Ihr Kind Sie korrigieren wird.


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