Vergrößerte Rachenmandeln

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (08. August 2014)

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Vergrößerte Rachenmandeln bezeichnet der Volksmund auch – nicht ganz korrekt – als Polypen oder "Wucherungen". Sie treten insbesondere bei Kindern auf. Eine vergrößerte Rachenmandel kann zu verschiedenen Beschwerden führen, so etwa zu häufigen Infekten oder einer Schallleitungsschwerhörigkeit. In diesem Fall kann der Arzt die Mandel in einem kleinen operativen Eingriff entfernen.

Wer von einer Mandelentzündung oder einer Mandeloperation spricht, bezieht sich dabei in der Regel auf die beiden Gaumenmandeln, die bei geöffnetem Mund rechts und links sichtbar werden. Doch der Mensch besitzt mehr als nur diese beiden Mandeln: Insgesamt befinden sich im Mund-Rachenraum vier unterschiedliche Arten von Mandeln. Eine davon ist die Rachenmandel am oberen Gaumen, welche sich ebenfalls entzünden kann.

Insbesondere zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr sind Gaumen- und Rachenmandeln oft vergrößert. Kinder in diesem Alter leiden oft unter Infekten im Bereich von Rachen und Nase, was zu chronischen Entzündungen und somit auch einer vergrößerten Rachenmandel führen kann.

Krankheitswert haben vergrößerte Rachenmandeln erst dann, wenn sie zu Beschwerden führen.

Wenn Rachenmandeln größer sind als normal, muss das nicht unbedingt ein Problem darstellen. Es kann aber auch notwendig sein, die Rachenmandel in einer Operation zu entfernen. Dies ist in der Regel nur bei Kindern der Fall – denn in der Pubertät bildet sich die Rachenmandel zurück. Bei Erwachsenen ist normalerweise keine Rachenmandel mehr sichtbar.

Rachenmandeln sind keine Polypen

Für vergrößerte Rachenmandeln verwenden Mediziner meist die Begriffe "Adenoide Vegetationen","Adenoitis" (adenoid = drüsenähnlich) oder "Rachenmandelhyperplasie". Bei einer Hyperplasie ist ein Gewebe oder Organ vergrößert.

Häufig ist umgangssprachlich auch von Polypen die Rede, wenn vergrößerte Rachenmandeln gemeint sind. Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend: Mediziner verstehen unter Polypen Wucherungen der Schleimhaut, etwa im Darm (Darmpolypen) oder in der Nase (Nasenpolypen).


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