Nachtschreck (Pavor nocturnus) bei Kindern: Was sind die Ursachen?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Dezember 2014)

Woher kommt der Nachtschreck (Pavor nocturnus)? Viele Eltern, deren Kinder nachts aus dem Schlaf aufschrecken, sind zunächst beunruhigt: Das Phänomen des Nachtschrecks kann durchaus ernste Ursachen vermuten lassen – obwohl das in der Regel nicht so ist.

Medizinisch gesehen wird der Nachtschreck zwar unter den psychischen Störungen klassifiziert, mit einer psychiatrischen Erkrankung hat der Nachtschreck jedoch nichts zu tun – ebenso wenig wie mit falscher Erziehung.

Worin genau der Nachtschreck seine Ursachen hat, ist allerdings noch unklar. Zum plötzlichen, angstvollen Aufschrecken kommt es, wenn der Wechsel vom Tiefschlaf in den Traumschlaf gestört und das Nervensystem quasi übererregt ist. Vermutlich spielen bei der Entstehung des Nachtschrecks bestimmte Reifungsprozesse im zentralen Nervensystem eine Rolle: Nachtschreck bei Kindern gilt als Phänomen, das aufgrund des noch nicht voll entwickelten Nervensystems auftreten kann. Beim Kind gibt sich der Pavor nocturnus entsprechend meistens von selbst.

Man sieht ein schlafendes Mädchen mit Teddybär. © iStock

Die genauen Ursachen für den Nachtschreck sind nicht bekannt.

Wenn der Pavor nocturnus Erwachsene betrifft, sind in deren Schlaf oft außergewöhnlich viele Tiefschlafphasen zu finden: Dies deutet möglicherweise auf eine familiäre Veranlagung für den Nachtschreck hin.

Es ist davon auszugehen, dass bestimmte Faktoren den Nachtschreck auslösen beziehungsweise begünstigen. Hierzu zählen neben der familiären Veranlagung auch körperlicher und psychischer Stress (sog. Stress-Veranlagungs-Modell). Mögliche Stressfaktoren, die den Pavor nocturnus begünstigen, sind etwa:

  • zu wenig Schlaf, Schlafentzug
  • extreme Belastungen
  • Fieber
  • Medikamente
  • Schlafen in einer fremden Umgebung
  • besondere Ereignisse (wie z.B. die Einschulung)

So kann eine Nacht ohne Schlaf dazu führen, dass das Kind in der darauf folgenden Nacht zu vermehrtem Tiefschlaf neigt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für den Nachtschreck, da dieser in der Tiefschlafphase stattfindet.


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