Nachtschreck (Pavor nocturnus) bei Kindern: Wann zum Arzt?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. Dezember 2014)

Ein gelegentlicher Nachtschreck (Pavor nocturnus) bei Kindern ist zunächst kein Grund zur Beunruhigung.

Wenn es auch noch im sechsten oder siebten Lebensjahr häufig zum Nachtschreck kommt oder wenn Ihr Kind sehr oft (mehr als 1 Mal pro Woche) aus dem Tiefschlaf aufschreckt, sollten Sie jedoch sicherheitshalber den Arzt aufsuchen.

Es ist nicht immer leicht, einen Nachtschreck von anderen Schlafstörungen wie zum Beispiel Albträumen zu unterscheiden. Auch bestimmte Erkrankungen (z.B. Epilepsie) können sich ähnlich äußern wie der Pavor nocturnus. Daher ist es bei häufiger auftretenden Episoden wichtig, dass ein Arzt diese genauer untersucht – am besten in einem Schlaflabor.

Um festzustellen, ob es sich wirklich um Nachtschreck handelt, kann der Arzt beispielsweise Fragen stellen wie:

  • Wann genau in der Nacht zeigen sich die Symptome? (Typisch für den Nachtschreck ist das Aufschrecken aus dem Schlaf in der ersten Nachthälfte.)
  • Wie verhält sich das Kind?
  • Kann es sich nach dem Aufwachen an die Ereignisse oder an einen Traum erinnern? (Dies würde eher gegen Nachtschreck sprechen.)
  • Wie oft tritt das nächtliche Aufschrecken auf?
  • Liegen andere Erkrankungen vor, z.B. eine Epilepsie?

Da vom Nachtschreck bei den betroffenen Kindern keine oder nur wenig Erinnerungen zurückbleiben, können vor allem Außenstehende dem Arzt wichtige Hinweise auf die nächtlichen Phänomene geben – zum Beispiel die Eltern.

Nur in seltenen Fällen macht der Nachtschreck eine intensivere Therapie notwendig. Dabei bieten sich psychotherapeutische Maßnahmen an – etwa, um Stress zu verringern, der die Anfälle begünstigt. Besonders wenn der Pavor nocturnus Jugendliche oder Erwachsene heimsucht, kann eine Psychotherapie helfen.


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