Kinderentwicklung – Die Lebensmonate 19 bis 24: Körperliche Entwicklung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. November 2010)

In den ersten Jahren haben viele Kinder einen schier unbändigen Bewegungsdrang und wollen ihre wachsenden motorischen Fähigkeiten auf unterschiedliche Art und Weise erproben. Allerdings gibt es auch ruhigere Kinder, die nicht ständig „auf Achse“ sein müssen, was kein Grund zur Beunruhigung ist. Egal, wie bewegungsfreudig die Kleinen sind – Vater oder Mutter müssen immer dabei sein. Auch wenn sie schon selbstständig laufen können, brauchen sie noch die Nähe zu den Eltern.

Schlafbedürfnis

Der Schlafbedarf Ihres Kindes nimmt jetzt langsam ab. Die meisten Kinder schlafen im zweiten Lebensjahr tagsüber durchschnittlich etwa eine bis eineinhalb Stunden, wobei viele von ihnen nicht mehr jeden Nachmittag müde sind. Wacht Ihr Kind nachts oft auf, kann das daran liegen, dass sein Schlafbedarf gesunken ist, sodass Sie hier unter Umständen den Mittagsschlaf verkürzen können oder Ihr Kind abends später zu Bett bringen. Gegen Ende des zweiten Lebensjahrs benötigen manche Kinder gar keinen Schlaf am Tag mehr.

Sauberkeitserziehung

Erst gegen Ende des zweiten Lebensjahrs ist das kindliche Nervensystem so weit entwickelt, dass es dem Gehirn mitteilen kann: Die Blase ist voll. Doch nur wenige Kinder beginnen bereits in diesem Alter, Stuhl- und Harndrang zu kontrollieren. Wann ein Kind „trocken“ wird, bestimmt es weitgehend nicht einmal selbst. Sein Körper sagt ihm, wenn es so weit ist.

Sie als Eltern sollten in dieser Frage keinen Ehrgeiz entwickeln. Druck auszuüben oder stets enttäuscht zu sein, weil andere Kinder bereits hin und wieder mal aufs Töpfchen gehen, schadet nur. Wie in vielen anderen Entwicklungsfragen ist beim Trockenwerden die Bandbreite der Normalität sehr groß. Mit vier Jahren brauchen noch etwa 20 Prozent der Kinder beim Schlafen eine Windel, mit sechs Jahren sind es immerhin noch 10 Prozent.

Damit das Kind trocken werden kann, muss es über folgende Fähigkeit verfügen:

  • Es muss spüren können, dass seine Blase voll ist. Das heißt, sein Gehirn muss entsprechende Signale entschlüsseln können. Beim Darm ist das leichter, weil sich der Druck langsamer aufbaut.
  • Erfahrungsgemäß ist erst ab vier Jahren die vollständige Blasenkontrolle möglich. Bei vielen Kindern dauert es länger.
  • Das Kind muss abschätzen können, wie lange es vom ersten Impuls „Die Blase ist voll“ bis zum Töpfchen braucht. Echtes Zeitverständnis entwickelt sich jedoch erst im Kindergartenalter.

Wie lange wurde Ihr Kind gestillt?