Kinderentwicklung – Die Lebensmonate 13 bis 18: Erste Worte

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. November 2010)

Bei den meisten Kindern dauert es länger, bis sie ihre ersten Worte sprechen. Manche aber lassen sich schon mit etwa einem Jahr laut und deutlich vernehmen: Mama, Papa, Ball, Da! Mädchen beginnen meist deutlich eher mit den ersten Worten als Jungen.

Gesunden Kindern bereitet es grundsätzlich keine Mühe, sprechen zu lernen. Dabei ist der Vorgang an sich äußerst komplex und erfordert von den Kleinen enorme geistige Fertigkeiten. Sie lernen durch Hören, Herausfiltern und Nachahmen, Verknüpfen, Wiedererkennen und Verallgemeinern. Dabei sind der Sprachrhythmus und die Sprachmelodie bereichts bei der Geburt angelegt – schon das Ungeborene lernt durch die Stimme der Mutter seine Muttersprache kennen.

Kinder verstehen Gesagtes lange bevor sie es selbst aussprechen können. Zwar wird das Kind das richtige Bild anschauen, wenn die Eltern fragen: Wo ist der Hund? Wo ist die Katze, wo die Kuh? Benennen wird es all diese Tiere jedoch längere Zeit beispielsweise mit dem Obergriff „Wauwau“.

Möglichst viele Worte schenken

Niemand kann den Zeitpunkt erzwingen, an dem ein Kind das erste Wort spricht. Aber Sie können gute Lernbedingungen schaffen, indem sie mit Ihrem Kind viel und geduldig, vor allem aber langsam und deutlich sprechen. Dadurch verbreitert sich die Basis, auf der es seine Sprache aufbauen wird. Kinder lieben es, immer wieder dasselbe Bilderbuch mit immer denselben Erklärungen anzuschauen. Sie brauchen die Wiederholung, die ihnen nicht langweilig wird, weil es ihrer Art zu lernen entspricht.

Im Allgemeinen brauchen Kinder bis weit in die Kindergartenzeit, bis sie die meisten Worte korrekt aussprechen können. Besonders Konsonantenverbindungen wie „gr“, „st“ oder „sch“ gelingen oft erst nach dem vierten Geburtstag. Das ist völlig normal. Deshalb sollte man niemals Kinder in ihrer Sprache tadelnd berichtigen, nicht im fünften Lebensjahr, und erst recht nicht mit 13 Monaten.

Nur auf eines sollten Sie als Eltern achten: Sprechen mit Schnuller ist tabu. Der sollte ohnehin nur fürs Einschlafen da sein.

Der Wortschatz erweitert sich

Etwa im 17. Monat versteht Ihr Kind schon recht gut, was Sie von ihm wollen. Zwischen zehn und zwanzig Wörter bilden zurzeit seinen passiven Wortschatz. Nach „Mama“ und „Papa“ kommen bald weitere erste aktive Worte hinzu. Oft handelt es sich zwar nur um Teilstücke von Worten oder etwa einen Oberbegriff für alles, das Räder hat und Krach macht. Aber welch ein grandioses Erlebnis, wenn Ihr Kind zum ersten Mal bemerkt, dass Mama und Papa verstehen, was es ihnen sagen will!

Sie können die Sprachentwicklung ihres Kinds unterstützen, indem sie viel und intensiv mit ihm spielen und dabei stets jedem Ding einen Namen geben. Sie können Gegenstände verstecken und danach suchen lassen, gemeinsam Bilderbüche ansehen und immer wieder die gleichen Lieder singen. In der Zeit, da Kinder zu sprechen beginnen, bedeutet Sprechen mehr denn je, laut zu denken. Etwa zwischen dem 15. und dem 22. Lebensmonat werden die ersten Sätze aus zwei Wörtern gebildet.


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