Wenn das Kind krank ist: Zu Hause

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (14. Oktober 2016)

Wer krank ist, sollte sich ausruhen! Kranken Kindern fällt das aber besonders schwer. Versuchen Sie daher, Ihr Kind im Krankheitsfall mit ruhigen Dingen zu beschäftigen: Lesen Sie Geschichten vor, wenn es noch nicht selber lesen kann. Spielen Sie Gesellschaftsspiele oder machen Sie Musik oder ein Hörspiel an. Je nach Alter kann bei Krankheit auch mal eine Weile der Fernseher laufen.

Lassen Sie Ihr krankes Kind zu Hause möglichst am Familienalltag teilnehmen, etwa indem Sie es ihm auf dem Sofa gemütlich machen. Solange es körperlich dazu in der Lage ist, darf ein krankes Kind ruhig auch einmal rumtoben – achten Sie aber darauf, dass es immer wieder Ruhepausen einlegt und sich nicht überanstrengt.

Medikamente für Kinder

Es ist nicht nötig, bei den kleinsten Beschwerden Medikamente einzunehmen. Das kindliche Immunsystem ist noch nicht voll ausgeprägt und muss erst lernen, mit Krankheiten aus eigener Kraft fertigzuwerden. Diese Möglichkeit hat es nur, wenn es mit alltäglichen Krankheitserregern in Kontakt kommt und diese bekämpfen muss. Medikamente sind daher nicht nötig bei:

Auch wenn das Kind sich kleinere Verletzungen zuzieht, etwa eine Beule oder ein aufgeschürftes Knie, sollte man nicht gleich mit Arzneimitteln daherkommen. Hier reicht es, die Wunde zu reinigen oder, bei stumpfen Verletzungen, zu kühlen und das Kind zu trösten.

Es gibt natürlich Situationen, in denen Medikamente ganz klar unerlässlich sind. Zwischen leichten Beschwerden und schweren Krankheiten gibt es allerdings auch eine Grauzone, in der Eltern schon einmal unsicher sein können, ob sie lieber auf Medikamente verzichten oder ob sie ihrem Kind durch den Verzicht unnötige Schmerzen oder Folgerisiken zumuten.

Beraten Sie sich daher immer mit Ihrem Kinderarzt, wenn Sie unsicher sind!

Außerdem können Sie folgende Tipps beachten:

  • Bei leichten Infekten helfen häufig Wadenwickel gut gegen Fieber, Quarkwickel gegen Husten. Aber Achtung: Anhaltendes oder hohes Fieber sollten Sie erst mit dem Arzt abklären, bevor Sie selber Hand anlegen! Wadenwickel dürfen außerdem nur mit warmem Wasser getränkt sein, niemals mit kaltem Wasser!
  • Geben Sie Ihrem Kind nur Medikamente, die speziell vom Arzt für das Kind verschrieben wurden.
  • Halten Sie bei Medikamenten für Kinder immer genau die Dosierungshinweise ein. Das gilt auch und besonders für Schmerzpräparate wie Paracetamol oder Ibuprofen.
  • Acetylsalicylsäure ist für Kinder tabu! Sie kann bei Kindern das Reye-Syndrom auslösen, eine seltene Leber- und Hirnkrankheit.
  • Auch bestimmte ätherische Öle wie kampfer- oder minzölhaltige Präparate können für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden. Hier sollten Sie nur speziell für Babys und Kleinkinder entwickelte Produkte verwenden.
  • Können Sie im Notfall den Kinderarzt nicht erreichen, wenden Sie sich am besten an den nächsten Kindernotdienst.

Das Kind im Krankenhaus

Ein Krankenhausaufenthalt stellt für viele Menschen eine große Belastung dar. Kleine Kinder haben zusätzlich das Problem, dass sie die Vorgänge meist nicht verstehen und einordnen können. Auch die Trennungsangst von den Eltern ist ein wichtiger Faktor.

Falls Ihr Kind einmal ins Krankenhaus muss, sollten Sie es daher vorsichtig darauf vorbereiten. Auch wenn kein Krankenhausaufenthalt ansteht, ist es sinnvoll, hin und wieder Kinderbücher mit dem Thema Krankheit und Krankenhaus vorzulesen, um für den Notfall gewappnet zu sein. Viele Kinder verarzten ihre Geschwister, Eltern oder die Kuscheltiere gerne mit einem Arztkoffer – auch das kann helfen, das Thema Arzt und Krankenhaus weniger fremd erscheinen zu lassen.

Wenn Ihr Kind tatsächlich einmal ins Krankenhaus muss, wählen Sie nach Möglichkeit eine Klinik aus, in der das Kind zusammen mit einem Elternteil aufgenommen werden kann. Wenn Sie wählen können, entscheiden Sie sich für eine Kinderklinik oder ein Krankenhaus mit einer Kinder- und Jugendstation. Einige Kliniken bieten Tage der offenen Tür oder sogar spezielle Kinderführungen an, um Kindern die Angst zu nehmen.

Wichtig! Unabhängig davon, ob der Krankenhausaufenthalt geplant ist oder Ihr Kind aus einem Notfall heraus in die Klinik muss: Versuchen Sie selber, die Ruhe zu bewahren. Das hilft Ihrem Kind, die Situation besser bewältigen zu können.

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