Kinder spielen: Rollenspiele

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. September 2016)

Stehen Kinder hinter dem Kaufladen oder sind sie mit ihren Puppen zugange – seien es Babys, Ritter, Prinzen oder Prinzessinnen –, spielen sie Rollenspiele. Meist spiegelt sich darin weniger ihre eigene Kinderwelt als das vermeintliche Leben der Erwachsenen, wie sie es sehen. Sie spielen Käufer und Verkäufer, versorgende Mütter und Väter oder andere Personen, die in ihren Augen Macht und Einfluss haben, auch wenn diese Gestalten nur Märchen entspringen, wie Zauberer, Prinzen und Prinzessinnen oder Piraten.

Wenn Sie genau hinsehen, erfahren Sie viel darüber, wie Ihr Kind seine von Erwachsenen bestimmte Umwelt erlebt. Da Kinder mithilfe von Rollenspielen auch aufregende Erlebnisse und Probleme szenisch darstellen und verarbeiten, zeigt sich mitunter recht unverstellt, was sie beschäftigt, ohne dies auf gewöhnlichem Weg in Worte fassen zu können: Schimpft ein Erwachsener etwa das Puppenbaby mit harschen Worten aus, ist unschwer zu erraten, wen Ihr Kind in diesem Moment nachspielt.

Manchmal können die Rollenspiele des eigenen Kindes Anlass sein, das eigene Verhalten einmal zu überdenken.

Rollenspiele © iStock

Etwa mit drei Jahren beginnen Kinder mit Rollenspielen.

Andererseits kommt im Rollenspiel alles zum Tragen, was Ihr Kind bereits gelernt hat: kreativ, chaotisch und phantasievoll. Es spielt (und lernt gleichzeitig), Verantwortung zu übernehmen, tolerant und rücksichtsvoll zu sein, Ideen einzubringen, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, sich durchzusetzen und Kontakte zu knüpfen. Nicht zuletzt dienen Rollenspiele auch der sprachlichen Förderung Ihres Kinds und dem Gefühlsausdruck.

Es macht Kindern oft besonders großen Spaß, wenn Eltern sich ihnen als Rollenspielpartner anbieten, um die Rollen einmal zu tauschen. Versuchen Sie es mal: Spielen Sie ein Kind, das sich partout nicht anziehen will oder das Gemüse nicht essen mag. Möglicherweise werden Sie erstaunt sein, zu welchen Erziehungsmaßnahmen Ihr Kind dann greift.

Verkleiden

Je mehr sich die Persönlichkeit Ihres Kinds entwickelt und es weiß, wer es ist und zu wem es gehört, umso mehr ist es in der Lage, in andere Rollen zu schlüpfen. Die frühste und einfachste Form des Rollenspiels ist die Verkleidung. Die Faszination des Verkleidens von kleinen Kindern folgt dem magischen Denken: Mit einem Kostüm bin ich ein Anderer.

In Mamas wackeligen Pumps herumzustaksen oder in Papas riesigen Pantoffeln durch die Wohnung zu schlurfen, macht Kindern allein deshalb schon großen Spaß, weil es ein einfaches und dennoch sehr effektvolles Rollenspiel ist: Sie schlüpfen sozusagen in die Fußstapfen der Eltern und überwinden so die Größen- und Machtunterschiede auf ganz spielerische Weise.

Wenn Sie also Ihren Kleiderschrank ausmisten, denken Sie daran, dass einiges davon in der Verkleidungskiste Ihres Kindes Verwendung finden könnte: alte Hosen, Röcke, Schuhe, Handschuhe, Hüte, Gürtel, Tücher, Schals, Bettlaken, Decken, Handtücher, Brillenrahmen und das letzte Karnevalskostüm. Dann wird für jedes Kind etwas dabei sein.

Kinderschminken

Sich das Gesicht bunt anzumalen, macht Spaß – allerdings keineswegs allen (kleinen) Kindern. Mitunter mögen sie das spannende Hautgefühl unter der antrocknenden Schminke nicht, oder sie missverstehen es leicht, wenn andere über eine lustige Bemalung lachen. Gleichwohl sollte Sie das nicht davon abhalten, es Ihrem Kind einmal anzubieten.

Kinderhaut ist sehr zart und empfindlich, weshalb es nicht schaden kann, einige Schminktipps zu beachten:

  • In Deutschland stellt die Kosmetikverordnung sicher, dass unerwünschte Inhaltsstoffe wie Arsen, Blei, Nickel und Chrom unter den erlaubten Mengen bleiben. Dennoch kann Schminke bei Kindern Allergien verursachen. Auslöser sind zum Teil die Farbstoffe selbst, aber auch Duftstoffe.
  • Es empfiehlt sich, zuvor eine kleine Probe der Schminke auf der Innenseite des Oberarms zu verreiben und ein Pflaster darauf zu kleben. Wenn sich nach einiger Zeit die Haut unter dem Pflaster nicht auffällig verändert, kann die Farbe auch im Gesicht aufgetragen werden.
  • Enthält die Schminke Konservierungsstoffe, ist es besser, sie nicht zu verwenden. Das gilt auch für alte Schminke, die sich in ihre Bestandteile zersetzt hat.
  • Für Kinder besonders geeignet ist wasserlösliche Schminke. Sie wird mit nassen Pinseln oder Schwämmchen aufgetragen. Da sie atmungsaktiver ist, fängt die Haut darunter meist nicht an zu jucken. Außerdem lässt sie sich leicht abwaschen.
  • Vor dem Zubettgehen sollten Sie die Schminke vollständig wieder abwaschen, am besten mit lauwarmem Wasser und einer milden Seife.

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