Gesunde Ernährung für Kinder: Wie viel ist gesund?

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (10. Mai 2016)

Es gibt viele Angaben zum täglichen Kalorienbedarf von Kleinkindern. Kinder entwickeln sich aber so unterschiedlich, dass diese Angaben nur als grobe Richtlinien gelten können. Kinder, die zunächst viel gegessen haben, können von heute auf morgen zu "Wenigessern" werden. Andere entdecken plötzlich ihre Vorliebe für viele verschiedene Lebensmittel. Wieder andere gehören zu den sogenannten "Spätessern" und verweigern feste Kost weit bis in das zweite Lebensjahr hinein.

In allen Fällen gilt: Solange das Angebot gesund ist, sollte ein Kind essen dürfen, so viel es möchte. Der Spruch "Kein gesundes Kind verhungert vor einem vollen Teller" ist richtig – auch wenn Ihr Kind einmal in ihren Augen zu wenig isst, muss das nicht bedeuten, dass etwas nicht stimmt. Gerade in den ersten Lebensjahren machen Kinder in unregelmäßigen Abständen Wachstums- und Entwicklungsschübe durch, die dazu führen können, dass sie zu dieser Zeit besonders viel oder aber auch besonders wenig essen. Auch Zahnen, besondere Vorkommnisse im Umfeld des Kindes oder einfach der individuelle Geschmack, der sich täglich ändern kann, können Grund für plötzliche Veränderungen im Essverhalten Ihres Kindes sein.

Wichtig ist, dass Ihr Kind langsam aber sicher zunimmt, gesund ist und regelmäßigen Stuhlgang hat und dass es außerdem ausreichend viel trinkt. Wenn Sie sich zu große Sorgen machen, sollten Sie sich aber mit Ihrem Kinderarzt besprechen.

Sie als Eltern bestimmen das Nahrungsangebot, Ihr Kind entscheidet, wie viel es davon isst!

Außerdem gilt: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt! Das bedeutet natürlich nicht, dass Ihr Kind alles essen muss, was Sie anbieten. Aber es sollte sich aus der angebotenen Auswahl etwas aussuchen. Wenn Sie erst einmal anfangen, immer wieder die Sonderwünsche Ihres Kindes zu berücksichtigen und zum angebotenen Essen immer Neues hinzuholen und vielleicht sogar extra kochen, ziehen Sie sich einen Essensmuffel heran.

Schreiben Sie Ihrem Kind aber nicht vor, wie viel es essen soll, auch wenn es in Ihren Augen zu viel oder zu wenig isst. Versprechen Sie keine Süßigkeiten als Belohnung für einen leergegessenen Teller – das ist der Grundstein für ein späteres gestörtes Essverhalten. Denn zum einen wird Ihr Kind so mehr essen, als es wollte, um eine Belohnung zu bekommen. Und dann noch einmal mehr, weil es zusätzlich Süßigkeiten bekommt.

Räumen Sie lieber den Teller zum Ende der gemeinsamen Mahlzeit kommentarlos vom Tisch, auch wenn Ihr Kind nur wenig gegessen hat. Das gibt ihm die Sicherheit, dass es seinen Konsum richtig eingeschätzt hat. Loben Sie es hingegen auch nicht, wenn es in Ihren Augen genug gegessen hat. Das kann dazu führen, dass es zukünftig nur Ihnen und des Lobes zuliebe viel essen wird, anstatt auf sein Hungergefühl zu achten.

Am besten geben Sie schon zu Beginn der Mahlzeit nur kleine Portionen auf den Teller und bieten einen Nachtisch erst an, wenn alle mit der Hauptmahlzeit fertig sind.


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