Wann nicht impfen?: Schwangerschaft

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (28. Februar 2014)

Grundsätzlich gilt, dass sich schwangere Frauen nach Möglichkeit nicht impfen lassen sollten. Aber: Während der Schwangerschaft sind Totimpfstoffe (mit Ausnahme des Impfstoffs gegen Cholera) bei Bedarf erlaubt – nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko für Mutter und ungeborenes Kind kann sich der Arzt daher in Ausnahmefällen für eine Impfung mit einem Totimpfstoff aussprechen. Manche Impfungen mit Totimpfstoffen sind bei Schwangeren sogar nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich empfohlen – und zwar:

  • die Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), wenn kein ausreichender Impfschutz besteht,
  • die Grippeimpfung mit dem üblichen saisonalen Impfstoff, weil die Grippe bei Schwangeren mit einem deutlich höheren Risiko für Komplikationen verbunden ist, und
  • die Tollwutimpfung, wenn die Möglichkeit besteht, dass die Schwangere mit dem Tollwuterreger in Kontakt gekommen ist.

Mit den meisten Lebendimpfstoffen darf man schwangere Frauen hingegen nicht impfen. Von diesem Verbot ausgenommen sind die Typhus-Schluckimpfung und die Gelbfieberimpfung, die bei Bedarf auch während der Schwangerschaft zum Einsatz kommen können. Die per Spritze verabreichten Lebendimpfstoffe gegen verbreitete Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln sowie gegen Windpocken sind jedoch keinesfalls erlaubt.

Wenn sich eine Schwangere ohne ausreichenden Impfschutz mit Röteln oder Windpocken ansteckt, ist dies allerdings auch für das Ungeborene ein Risiko. Darum ist es wichtig, dass Sie – wenn Sie einen Kinderwunsch haben – Ihren Impfschutz prüfen und (falls notwendig) vor einer geplanten Schwangerschaft auffrischen lassen. Am besten ist es, sich mindestens drei Monate vor der Schwangerschaft impfen zu lassen.

Aufgepasst: Für die Frage, wann man ein Baby oder älteres Kind impfen darf oder nicht, spielt die Schwangerschaft der Mutter keine Rolle: Schwangere Frauen können ihre Kinder bedenkenlos mit jedem empfohlenen Impfstoff impfen lassen.