Pneumokokken-Impfung: Nebenwirkungen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (27. September 2016)

Wie jede Impfung kann auch eine Pneumokokken-Impfung mit Nebenwirkungen verbunden sein.

Impfung mit Konjugatimpfstoff

Babys und kleine Kinder bis zum Alter von einschließlich vier Jahren impft man mit dem sogenannten Konjugatimpfstoff. Er gilt als gut verträglich. Bei einem Konjugatimpfstoff ist der Teil des Erregers, der die Antikörperbildung auslöst, an ein Eiweiß gebunden. Das Eiweiß ist eine Art Transportmittel, das eine verstärkte Immunreaktion auslöst.

Nebenwirkungen können in der Regel innerhalb der ersten drei Tage auftreten. So kann die Einstichstelle schmerzen, druckempfindlich sein, anschwellen und sich röten. Dabei handelt es sich um ganz normale Reaktionen, die Anzeichen dafür sind, dass sich der Organismus mit dem Impfstoff auseinandersetzt.

Weitere Nebenwirkungen können Fieber, Gereiztheit und erhöhtes Schlafbedürfnis sein. Manche Babys schlafen nach der Pneumokokken-Impfung aber auch unruhig oder haben Magen-Darm-Beschwerden. Bis auf seltene allergische Reaktionen, die in der Regel ohne Folgen bleiben, sind keine Komplikationen bekannt. Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts kann der Konjugatimpfstoff deshalb bedenkenlos verwendet werden.

Impfung mit Polysaccharid-Impfstoff

Jugendliche, Erwachsene und ältere Kinder erhalten vom Arzt häufig einen sogenannten Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff (PPV). Er besteht aus den Zuckern der Bakterienhüllen. Bei der ersten Impfung mit PPV können innerhalb der ersten drei Tage folgende Nebenwirkungen auftreten:

Die Nebenwirkungen sind in der Regel folgenlos und klingen rasch wieder ab. Nur in seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. allergische Reaktionen) auftreten.

Eine Auffrischung mit dem Polysaccharid-Impfstoff kommt etwa für Menschen mit angeborenen und erworbenen Immundefekten sowie chronisch Nierenerkrankte infrage. Insbesondere, wenn die Auffrischung früher erfolgt als empfohlen, können nach einer Auffrischungsimpfung starke Reaktionen an der Stelle, an der der Impfstoff gespritzt wurde, auftreten. Aus diesem Grund sollte der Arzt gemeinsam mit dem Betroffenen Nutzen und Risiken genau abwägen und besprechen, inwieweit eine Wiederholungsimpfung im jeweiligen Einzelfall empfehlenswert ist.