Pneumokokken-Impfung: Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (27. September 2016)

Die Pneumokokken-Impfung soll besonders die Menschen schützen, deren Immunsystem sich nur schwer gegen die Bakterien wehren kann.

Bei gesunden und jungen Menschen wehrt das Immunsystem eindringende Pneumokokken in der Regel erfolgreich ab. Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen, deren Immunsystem durch angeborene oder erworbene Krankheiten geschwächt ist, sind dagegen anfälliger. Bei diesen Personen kann eine Infektion durch Pneumokokken zu Erkrankungen führen, die lebensbedrohlich verlaufen oder ernste Folgen nach sich ziehen können. So kann eine durch Pneumokokken ausgelöste Hirnhautentzündung (Meningitis) bei einigen der Betroffenen zu bleibenden Schäden führen.

Wer sollte sich gegen Pneumokokken-Erkrankungen impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt eine Pneumokokken-Impfung für alle Kinder bis zum 14. Lebensmonat. Darüber hinaus wird eine Impfung für folgende Personengruppen empfohlen:

  • alle Menschen, die älter als 60 Jahre sind
  • alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sofern diese ein erhöhtes Risiko für eine Pneumokokken-Infektion haben. Hierzu gehören:
  • Menschen mit bestimmten anatomischen Besonderheiten, z.B. mit
    • einer Liquorfistel (Öffnung der Liquorräume nach außen, z.B. im Rahmen einer Schädelverletzung)
    • einer Innenohrprothese (sog. Cochlea-Implantat); dabei sollte die Impfung möglichst schon vor dem Einsetzen des Implantats erfolgen
  • Menschen, die beruflich Metallrauch ausgesetzt sind (z.B. durch Tätigkeiten wie Schweißen oder Trennen von Metallen), da dies das Risiko für eine Pneumokokken-Infektion erhöht.
Die Personengruppen erhalten in der Regel einen sogenannten Polysaccharid-Impfstoff. In diesem Fall sollte die Impfung frühestens nach sechs Jahren wiederholt werden, sofern die Person noch als gefährdet gilt.
Personen über 60 Jahre sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen. © Jupiterimages/iStockphoto

Personen über 60 Jahre sollten sich gegen Pneumokokken impfen lassen.

Wie wirksam ist eine Pneumokokken-Impfung?

Kinder bis zum Alter von einschließlich 4 Jahren impft man mit einem sogenannten Konjugatimpfstoff gegen Pneumokokken. Er schützt vor den Pneumokokken-Typen, die in Europa 80 Prozent aller Pneumokokken-Infektionen bei Kindern unter fünf Jahren auslösen. Die Wirksamkeit des Impfstoffs ist allgemein anerkannt.

Ältere Kinder und Erwachsene können mit einem Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff (PPV) geimpft werden. Dieser bietet Schutz vor 23 Pneumokokken-Typen, die für bis zu 95 Prozent der Pneumokokken-Krankheiten verantwortlich sind. Darüber hinaus steht auch ein Konjugatimpfstoff zur Verfügung, der sich gegen 13 verschiedene Pneumokokken-Typen richtet.