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Impfkalender für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. August 2016)

© iStock

Welche Impfungen brauchen Kinder und welche nicht? Wann müssen die Impfungen aus dem ersten Lebensjahr aufgefrischt werden? Und welche Impfungen werden für ältere Menschen empfohlen? Die folgenden Empfehlungen entsprechen dem neuesten Stand (August 2016) der Standard-Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ab zwei Jahren.

Es gibt weitere Empfehlungen – zum Beispiel für

  • Frauen im gebärfähigen Alter,
  • bestimmte Risiko- und Berufsgruppen,
  • für Reisen etc.

Diese Personengruppen werden in diesem Kalender allerdings nicht aufgeführt. Die Impfempfehlungen für Kleinkinder unter zwei Jahren finden Sie in unserem Impfkalender für Babys und Kleinkinder.

Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen

Die Grundimmunisierung (Basisimpfung) erfolgt in der Regel während der ersten zwei Lebensjahre. Je nach Impfstoff sind für eine Grundimmunisierung eine bis vier Teilimpfungen notwendig, die in bestimmten Abständen gegeben werden. 

Eine Auffrischung erfolgt – je nach Impfung – meist mehrere Jahre nach der Grundimmunisierung durch ein- bis dreimalige Verabreichung des Impfstoffs. Die so erzeugte Zweitreaktion des Immunsystems nennt man Booster-Effekt. Hierbei kommt es durch die erneute Gabe von nur geringen Mengen des Antigens zu einer sehr starken Antikörperproduktion durch sogenannte Gedächtniszellen des körpereigenen Abwehrsystems, die sich bei der Grundimmunisierung entwickelt hatten.

Die Tabelle stellt dar, in welchem Lebensjahr welche Impfungen durchzuführen sind und um welche Art der Impfung es sich handelt.

  • "G" steht dabei für "Grundimmunisierung (in bis zu vier Teilimpfungen G1-G4)",
  • "A" steht dabei für "Auffrischimpfung",
  • "S" steht für "Standardimpfung" und
  • "N" steht für "Nachholimpfung" (Grundimmunisierung aller noch nicht Geimpften bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfserie).

Impfkalender für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Impfung 2 - 4 Jahre 5 - 6 Jahre 9 - 14 Jahre 15 - 17 Jahre ab 18 Jahre > = 60 Jahre
Tetanus (Wundstarrkrampf) N A1 A2 A2 A (ggf. N)a) A (ggf. N)a)
Diphtherie N A1 A2 A2 A (ggf. N)a) A (ggf. N)a)
Keuchhusten (Pertussis) N A1 A2 A2 A (ggf. N)a) A (ggf. N)a)
Haemophilus influenzae Typ b (Hib) N
Poliomyelitis N N A1 A1 ggf. N ggf. N
Hepatitis B N N N N
Pneumokokken Sb)
Rotaviren
Meningokokken C N N N N
Masern N N N N Sc)
Mumps, Röteln N N N N
Windpocken (Varizellen) N N N N
Influenza (saisonale Grippe) Sd)
humane Papillomaviren (HPV) G1/G2e) Ne)

Erläuterungen

Buchstabe Info
a) Auffrischung jeweils 10 Jahre nach der letzten vorangegangenen Dosis. Die nächste fällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie (Td-Impfung) erfolgt einmalig als Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (Tdap) bzw. bei entsprechender Indikation zusätzlich gegen Polio (IPV): Tdap-IPV-Kombinationsimpfung.
b) Einmalige Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff. Bei Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen (z.B. Schweißer, bei chronischen Krankheiten wie Asthma, COPD oder Diabetes mellitus oder bei einer Liquorfistel) kann nach mindestens sechs Jahren eine Wiederholungsimpfung in Erwägung gezogen werden.
c) Einmalige Impfung für alle nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder nur mit einer Impfung in der Kindheit, vorzugsweise mit einem Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff).
d) Jährliche Impfung
e) Standardimpfung für Mädchen im Alter von 9 bis 13 beziehungsweise 9 bis 14 (je nach verwendetem Impfstoff) mit 2 Dosen im Abstand von 6 Monaten. Bei Nachholimpfung, Vervollständigung der Impfserie nach dem 13. beziehungsweise 14. Lebensjahr oder bei einem Impfabstand von weniger als 6 Monaten ist eine dritte Dosis erforderlich.

Das Ziel einer Impfung ist es, den menschlichen Organismus gegen bestimmte Krankheitserreger zu immunisieren und so einen Schutz aufzubauen.Unser Video veranschaulicht Ihnen, was bei einer Impfung im Körper passiert.

Bei den meisten Impfungen ist es üblich, den Impfstoff in den Muskel zu spritzen – zum Beispiel in den Deltamuskel. Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, werden vorzugsweise Kombinationsimpfstoffe verwendet. Sie sollen gleichzeitig einen Schutz gegen unterschiedliche Antigene und somit Krankheiten aufbauen. 


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