Impfungen und Impfempfehlung: Wer sollte sich impfen lassen?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (14. September 2015)

Standardimpfungen gelten grundsätzlich immer für alle Personen. Die Impfung von Babys, Kleinkindern und Kindern wird sogar dringend angeraten. Aber auch Erwachsene sollten laut Impfempfehlung den im Kindesalter erworbenen Impfschutz regelmäßig auffrischen.

Infektionskrankheiten sind auf dem Vormarsch. Zum einen führt die erhöhte Mobilität durch Reisen auch außerhalb Europas, aber auch die verbreitete Impfmüdigkeit bei Erwachsenen führen dazu, dass sich Erreger schneller und weiter verbreiten können. Zum anderen lassen zu wenig Erwachsene ihre Impfungen auffrischen (sog. Impfmüdigkeit).

Damit sich bestimmte Krankheiten nicht weiter ausbreiten, ist es daher besonders wichtig, dass Sie sich an die jeweilige Impfempfehlung halten und Impfungen wahrnehmen.

Ebenfalls von Bedeutung: Wer einer Impfempfehlung folgen möchte, muss sich an die entsprechenden Impfdosen halten – ansonsten kann die Impfung nicht richtig wirken. Nur wenn die vom Hersteller definierte Zahl der Einzeldosen verabreicht wurde, kann der Impfschutz vollständig greifen.

Das Bild zeigt einen Impfausweis. © Jupiterimages/Hemera

Im Impfpass sollten Sie alle erfolgten Impfungen eintragen lassen.

Für bestimmte Personengruppen gelten zusätzliche Empfehlungen. Hierzu zählen insbesondere:

  • (Geschäfts-)Reisende: Personen, die oft im Ausland unterwegs sind, sollten sich je nach Reiseland zusätzlich zu den Standardimpfungen gegen bestimmte Erreger impfen lassen.
  • Berufstätige mit erhöhter Infektionsgefahr:Bestimmte Berufsgruppen aus dem Pflegebereich, in der Lebensmittelverarbeitung, Ärzte oder Personen, die möglicherweise in Kontakt mit infektiösem Material kommen sollten sich an die Impfempfehlungen halten und sich zum Beispiel gegen Grippe (Influenza) sowie Hepatitis A und B impfen lassen.
  • Senioren: Besonders Senioren sind durch Infektionskrankheiten gefährdet, da ihr Immunsystem weniger leistungsfähig ist. Außerdem kann bei älteren Menschen Appetitlosigkeit und mangelnde Versorgung zu einer Fehlernährung führen, die das Immunsystem zusätzlich schwächt. Daher gilt die Impfempfehlung, sich in jedem Fall gegen Influenza- und Pneumokokken impfen zu lassen
  • Schwangere: In der Schwangerschaft sollten nur dringend notwendige Impfungen durchgeführt werden, Impfungen mit einem sogenannten Lebendimpfstoff, wie etwa gegen Röteln, sollten nicht erfolgen. Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon) sollten sich jedoch gegen Grippe impfen lassen. Bei einem erhöhten gesundheitlichen Risiko – etwa aufgrund einer Vorerkrankung – gilt diese Impfempfehlung schon für Schwangere ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon).
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund einer Vorerkrankung: Für Menschen mit bestimmten chronischen Krankheiten (z.B. Nierenkrankheiten, Diabetes, HIV-Infektion) können zusätzliche Impfungen ebenfalls sinnvoll sein.

Wer sich an die Impfempfehlung hält, ist gut gegen viele Infektionskrankheiten geschützt!