HPV-Impfung (Gebärmutterhalskrebs-Impfung): Anwendungsgebiete

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. September 2014)

Die HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs wird in Deutschland offiziell seit März 2007 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Berlin, empfohlen. Zunächst galt die Empfehlung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren, den letzten Empfehlungen der STIKO zufolge für alle Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren – versäumte Impfungen gegen HPV sollten spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

Ziel der Impfung ist es, zu verhindern, dass sich Zellen des Gebärmutterhalses als Folge der Virusinfektion verändern und zu einer Vorstufe von Krebs werden. Auf lange Sicht soll auch die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs durch diese beiden HPV-Typen verhindert werden. Alle Krankenkassen tragen bei Mädchen im genannten Alter die Kosten für die Impfung.

Den größten Nutzen hat die HPV-Impfung, wenn die Impf-Serie vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen ist. Dies hat folgenden Grund: Da die Viren hauptsächlich bei sexuellen Kontakten übertragen werden, sind Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht mit dem humanen Papillomvirus (HPV) infiziert. Durch die Impfung entstehen Abwehrkörper gegen die Viren, die eine Infektion mit den Virentypen 16 und 18 verhindern. Dies schützt vor Folgeerkrankungen wie Veränderungen des Gewebes und langfristig wohl auch vor Krebs.

Bestand hingegen vor der HPV-Impfung bereits eine Infektion mit humanen Papillomviren, verringert sich der Nutzen der Impfung. Trotzdem können auch Frauen, die innerhalb des von der Impfkommission empfohlenen Zeitraums keine Impfung gegen HPV erhalten haben, profitieren: Zum einen infiziert man sich nicht zwangsläufig beim ersten Geschlechtsverkehr mit HPV und zum anderen ist das Risiko sehr gering, sich gleichzeitig mit den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 anzustecken. Der Impfstoff kann bereits vorhandene HP-Viren zwar nicht abtöten, er kann allerdings vor weiteren Infektionen und der Infizierung mit anderen HPV-Typen schützen.

Auch junge Frauen, die älter als 17 Jahre sind, können sich noch impfen lassen. Die Kosten für die HPV-Impfung müssen diese Frauen allerdings häufig selber tragen. Klarheit darüber erhält man durch eine Anfrage bei seiner Krankenkasse.

Es wird diskutiert, ob auch eine HPV-Impfung für Männer sinnvoll ist; die Ständige Impfkommission empfiehlt sie bisher nicht.