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Hepatitis-B-Impfung: Vor allem für Babys wichtig

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (02. Mai 2017)

© iStock

Die Hepatitis-B-Impfung zählt zu den sogenannten Standardimpfungen. Im Idealfall sollte man bereits als Säugling gegen das Virus geimpft werden. Auch für Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz kann eine Hepatitis-B-Impfung unter bestimmten Voraussetzungen (noch) sinnvoll sein.

Die akute Hepatitis B ist eine Viruserkrankung, die in den meisten Fällen ohne Folgen wieder ausheilt. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern geht sie jedoch oft in eine chronische Hepatitis B über, was schwere Leberschäden zur Folge haben kann. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, die Hepatitis-B-Impfung so früh wie möglich durchführen zu lassen.

Zur Grundimmunisierung erhält der Säugling meist einen Sechsfachimpfstoff. Die Impfstoffkombination schützt nicht nur vor Hepatitis B, sondern auch vor Keuchhusten, Kinderlähmung, Wundstarrkrampf, Diphterie und Infektionen mit dem Bakterium Haemophilus influenzae vom Typ b.

Die Kombinationsimpfung besteht aus mehreren Teilimpfungen. Dabei wird folgender Zeitplan empfohlen:

  • Die erste Teilimpfung bekommt das Baby ab der 9. Woche,
  • die zweite, nachdem es den dritten Lebensmonat vollendet hat,
  • die dritte, nachdem es den vierten Lebensmonat vollendet hat und
  • die vierte im Alter zwischen 11 und 14 Monaten.

Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren, die als Baby nicht geimpft worden sind, sollten die Impfung nachholen. Der Grund: Das Hepatitis-B-Virus wird häufig durch sexuellen Kontakt übertragen. In der Pubertät kann es sein, dass die Sexualpartner oft wechseln, sodass eine Hepatitis-B-Impfung sinnvoll sein kann. Wie viele Teilimpfungen dann nötig sind, richtet sich nach Alter des Kindes / Jugendlichen und der jeweiligen Kombination des Impfstoffes.

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Nach einer vollständigen Hepatitis-B-Impfung ist die Person in den meisten Fällen für mindestens zehn Jahre geschützt. Aufgefrischt werden sollte die Impfung nur unter bestimmten Bedingungen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Der Kombinationsimpfstoff, der bei Säuglingen verabreicht wird, wirkt zuverlässig und ist in der Regel gut verträglich. Dadurch, dass die körpereigene Immunabwehr auf den Impfstoff reagiert und sich damit auseinandersetzt, können verschiedenen Beschwerden auftreten. Diese klingen in der Regel nach spätestens drei Tagen wieder ab.

Zu häufigen Impfreaktionen des Kombinationsimpfstoffs zählen Rötungen / Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle.

Weitere mögliche Beschwerden, die nach einer Hepatitis-B-Impfung auftreten können, sind zum Beispiel:

In seltenen Fällen kann der Impfstoff zu Nebenwirkungen wie einem Fieberkrampf oder einer allergischen Reaktion führen.

Wann sollten sich Erwachsene impfen lassen?

Erwachsene, die über keinen ausreichenden Impfschutz (mehr) verfügen, benötigen in den meisten Fällen keine Hepatitis-B-Impfung. Ausnahmen bilden Personen, die ein hohes Ansteckungsrisiko haben oder bei denen eine Infektion voraussichtlich einen schweren Verlauf nehmen wird. Impfen lassen sollten sich:

  • Menschen mit einer bestehenden oder zu erwartenden Immunschwäche, wie:
  • Menschen mit nicht berufsbedingt erhöhtem Ansteckungsrisiko, wie:
    • enge Kontaktpersonen von HBV-Infizierten
    • Menschen, die häufig ungeschützten Sex haben und häufig ihre Sexualpartner wechseln
    • Menschen, die Drogen spritzen
    • Gefängnisinsassen
  • Menschen mit berufsbedingt erhöhtem Ansteckungsrisiko (wie medizinisches Personal)

Auch für Personen, die in bestimmte Regionen reisen, in denen Hepatitis B häufig vorkommt, kann eine Impfung sinnvoll sein. Ob eine Reiseimpfung infrage kommt, sollten Sie mit Ihrem Arzt individuell besprechen.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Impfungen bei Säuglingen und Jugendlichen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Auch Erwachsene, deren Risiko für eine Hepatitis-B-Infektion erhöht ist oder die bestimmte Vorerkrankungen haben, müssen die Impfung nicht selbst bezahlen.

Wer in Länder reisen will, in denen eine Hepatitis-B-Impfung sinnvoll sein könnte, sollte sich vorher bei der Krankenkasse informieren, ob sie die Kosten trägt. In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Reiseimpfungen. Muss man selbst zahlen, muss man mit Kosten von rund 50 Euro pro Teilimpfung rechnen.

Für Personen, die aus beruflichen Gründen ein erhöhtes Infektionsrisiko haben – etwa, weil sie im Pflegebereich arbeiten –, übernimmt meist der Arbeitgeber die Kosten.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG): Hinweise und Empfehlungen zu Reiseimpfungen. Online-Publikation: www.dtg.org (Stand: Mai 2017)

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.impfen-info.de (Abrufdatum: 25.4.2017)

Hepatitis B. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.gib-aids-keine-chance.de (Abrufdatum: 25.4.2017)

Pressemitteilung der World Health Organization (WHO): New hepatitis data highlight need for urgent global response (21. April 2017)

Epidemiologisches Bulletin Nr. 34: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: August 2016)

RKI-Ratgeber für Ärzte: Hepatitis B und D. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 20.05.2016)

Schutzimpfung gegen Hepatitis B: Häufig gestellte Fragen und Antworten. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 20.2.2014)

Stand: 2. Mai 2017

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