Blutdruck: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Februar 2015)

Der Begriff Blutdruck oder Gefäßdruck bezeichnet den Druck, der durch den Herzschlag und den damit verbundenen Transport des Bluts in den Gefäßen entsteht. Er wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder auch in kPa (Kilopascal, 1 mmHg = 133,322 Pa) gemessen.

Die Höhe des Blutdrucks hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  • von der aktiven Spannung der Gefäße (Gefäßtonus),
  • von der Elastizität der Gefäßwand und
  • vom Herzminutenvolumen.

Das Herzminutenvolumen (auch Herzzeitvolumen, HZV) bezeichnet die Menge Blut, die die linke Hauptkammer des Herzens in einer Minute auswirft.

Bei Erwachsenen liegt das Herzzeitvolumen in Ruhe bei etwa vier bis fünf Litern pro Minute.

Systolischer und diastolischer Blutdruck

Wenn sich das Herz zusammenzieht und dabei Blut aus der linken Hauptkammer (Ventrikel) in den Körper presst, überträgt sich der entstehende Druck auf die Hauptschlagader (Aorta) und weiter auf die nachfolgenden Blutgefäße, die Arterien und Arteriolen. Dieser Druck heißt systolischer Blutdruck; die Phase der Herzaktion heißt Systole.

Der systolische Blutdruck wird durch den ersten Wert in der Blutdruckmessung bezeichnet. Wenn der Arzt zum Beispiel sagt: "Ihr Blutdruck ist 125 zu 85", steht 125 für den systolischen Wert.

Nach der Systole erschlafft das Herz wieder, der Druck in den Gefäßen lässt nach. Der zu diesem Zeitpunkt der Herzaktion gemessene Wert heißt diastolischer Blutdruck – er spiegelt sich im zweiten Wert der Blutdruckmessung (z.B. 125 zu 85).

Man sieht einen Arzt, der bei einer Frau Blutdruck misst. © Jupiterimages/Stockbyte

Ist der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig? Eine Blutdruckmessung gibt Aufschluss.

Den Mittelwert aus systolischem und diastolischem Druck bezeichnet man als Mitteldruck. Der Mitteldruck ist ein Maß für die Qualität der Organdurchblutung: Er sagt etwas darüber aus, wie gut das Blut vom Herzen zu den Organen gelangt. Denn das Herz muss einen gewissen Druck aufbauen, um die Organe ausreichend mit Blut durchströmen zu können.

Während der Systole dehnen sich die großen Arterien. Diese Dehnung setzt sich wellenförmig durch die nachfolgenden Gefäße fort und nimmt mit zunehmendem Abstand zum Herzen ab. In den herznahen Abschnitten der Arterien ist der Blutdruck am höchsten – am niedrigsten ist er im sogenannten venösen System, genauer gesagt dort, wo die untere und obere Hohlvene ins rechte Herz münden.

In den Venen, also den Gefäßen, die Blut zum Herzen zurücktransportieren, herrscht ein deutlich niedrigerer Blutdruck als in den Arterien. Um das Blut auch von sehr weit vom Herzen entfernten Körperteilen – zum Beispiel den Füßen – zurück zum Herzen zu bringen, ist die Mitarbeit von Gefäßen und Muskeln gefragt. Im Vergleich zu den Arterien tragen die Gefäßmuskeln der Venen relativ wenig zum Blutfluss bei. Der Rücktransport des Bluts zum Herzen wird deshalb von den umliegenden Skelettmuskeln unterstützt (sog. Muskelpumpe) – im Falle der Beinvenen zum Beispiel durch die Wadenmuskulatur. Sie trägt dazu bei, dass das Blut auch gegen die Schwerkraft seinen Weg zum Herzen findet. Darüber hinaus besitzen die Venen sogenannte Venenklappen, die verhindern, dass das Blut durch die Schwerkraft wieder vom Herzen weg fließt.

Sie können selbst dazu beitragen, dass die Gefäßmuskeln gut arbeiten – mit regelmäßiger Bewegung und Sport! Das stärkt die Muskeln und unterstützt dadurch die Gefäße. Zudem bringen Sie den Kreislauf in Schwung und fordern Ihr Herz auf positive Weise. Lange Bewegungslosigkeit, langes Stehen oder Sitzen sowie das Einengen der Gefäße, etwa durch Übereinanderschlagen der Beine oder lange Flugreisen, können dazu führen, dass sich das Blut staut. Dies begünstigt, dass Besenreiser, Krampfadern (Varizen) und Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel (Thrombosen) entstehen.